Ob 1848 oder 2022: Burschenschaften im Kampf für die Demokratie

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Ob 1848 oder 2022: Burschenschaften im Kampf für die Demokratie

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Keine Vereins-Zugehörigkeit eines Präsidentschafts-Kandidaten wird im Mainstream so oft angesprochen, wie jene von Walter Rosenkranz: Die Burschenschaft. Wochenblick sprach mit dem Politiker und Volksanwalt darüber, was die Burschenschaft für ihn bedeutet.

Es gibt viele Vereine unterschiedlichster Ausrichtungen, denen Österreichs Politiker angehören. Doch während beispielsweise das WEF im Mainstream kaum eine Erwähnung findet, gerät sie immer wieder in den Fokus: Die Burschenschaft. Grund: Heute sind es fast ausschließlich freiheitliche Politiker, die in ihrer Studentenzeit einer schlagenden Verbindung beitraten. Das war nicht immer so: Selbst Alexander Van der Bellen versuchte in seiner Studentenzeit in Innsbruck an der Burschenschaft Brixia anzudocken. Erst nachdem die Aufnahme scheiterte, habe er sich der Freimaurerei zugewendet. Auch der spätere Wiener SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl verbrachte seine Jugend in der Kremser Burschenschaft Rugia. Doch heute finden sich Burschenschafter in Österreichs Politik fast nur noch unter den Freiheitlichen. Das ist wenig verwunderlich, denn ihr Motto lautet: “Ehre, Freiheit, Vaterland”. Es sind Werte, die bei anderen Parteien aus der Mode gekommen sind.

Für Freiheit und Demokratie

Rosenkranz ist stolz auf die revolutionäre Tradition der Burschenschaften und auf ihre Errungenschaften. Doch wofür stehen Burschenschaften? “Burschenschaften stehen für Grund und Freiheitsrechte. Sie stehen für Demokratie”, erklärt Rosenkranz und wagt einen historischen Rückblick: “Sie haben sich in ihrer Geschichte massiv mit absolutistischen Herrschern angelegt. Wir verstehen uns als Demokraten und insbesondere als Republikaner.” Auch heute noch werde dieser “republikanische, demokratische Grundsatz” in den Verbindungen gepflegt. Entscheidungen würden unter den Studenten demokratisch getroffen und mit viel Verantwortung einhergehen: “Jeder junge Mensch, der bei uns bei der Verbindung ist, lernt und wird in Funktionen gewählt. Und das ist auch eine gute Lebensschule.”

Demonstrationsrecht erkämpft

Vor allem auf das Demonstrationsrecht ist Rosenkranz wichtig. Als Volksanwalt konnte er viele Fälle ungerechtfertigter Verwaltungsstrafen für Corona-Demonstranten erfolgreich bekämpfen. Und auch selber nimmt er immer wieder an kritischen Demonstrationen teil, wie auch zuletzt in Steyr. “Das Recht auf Demonstration ist ein Grund- und Freiheitsrecht. Das haben meine politischen Vorfahren seit 1848 sogar mit ihrem Blut in Österreich erkämpft und wir waren vorbildlich darin. Die Bürgerliche Revolution von 1848 war sehr stark vom Geist der Burschenschaften getragen. In Folge wurde auch 1867 das Staatsgrundgesetz erlassen, das noch immer bei uns Gültigkeit hat.”

Bedeutung von Schwarz-Rot-Gold

Doch obwohl sie bereits 1815 gegründet wurden, werden Burschenschaften in Österreichs Mainstream-Medien oftmals mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht. Das ist absurd, zumal die Studentenverbindungen mit dem Einmarsch der Nazis rasch einem Vereinsverbot unterzogen wurden. Bewusst oder unbewusst wird ihr Bekenntnis zu den Farben Schwarz-Rot-Gold in diesen Kontext gestellt. Rosenkranz, der Mitglied der Burschenschaft Libertas (lat.: “Freiheit”) ist, findet, dass man die Geschichte nicht verdrehen sollte. Gegenüber Wochenblick erklärt der Freiheitliche: “Die Burschenschaften sind bereits 1815 gegründet worden und haben sich die Farben Schwarz-Rot-Gold gegeben. Es ist nicht so, dass die Burschenschaft die deutschen Farben angenommen hat, sondern es war umgekehrt. Die Bundesrepublik Deutschland hat diese Farben später gewählt, weil sie für Grund- und Freiheitsrechte stehen. Auch in Österreich wehten keine rot-weiß-roten Fahnen auf den Barrikaden für eine Verfassung, sondern schwarz-rot-goldene. Sie wurden am Stephansdom gehisst.”

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