Skandal um Musiker: Nach Antisemitismus-Vorwürfen Anzeige wegen falscher Verdächtigung

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Jetzt geht es dem angeblichen Antisemitismus-Opfer Gil Ofarim selbst an den Kragen

Skandal um Musiker: Nach Antisemitismus-Vorwürfen Anzeige wegen falscher Verdächtigung

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Die Staatsanwaltschaft Leipzig teilte vergangenen Freitag mit, dass sie ihr Ermittlungsverfahren um die angebliche antisemitische Diskriminierung des Musikers Gil Ofarim im vergangenen Oktober in einem Leipziger Hotel eingestellt habe. Nicht der zu Unrecht bezichtigte Hotelmitarbeiter, sondern Ofarim selbst wird nun wegen „des Tatvorwurfs der falschen Verdächtigung in zwei Fällen, davon einmal in Tateinheit mit Verleumdung“ angeklagt.

Der Entscheidung war eine mit vergleichsweise hohem Aufwand durchgeführte Ermittlung vorausgegangen, in der die Staatsanwaltschaft mit allen zur Verfügung Mitteln versucht hatte, den Sachverhalt aufzuklären. In ihrer Stellungnahme heißt es nun, es bestehe  „ein hinreichender Tatverdacht dafür, dass Gil Ofarim mit dem Wissen um die Unwahrheit seiner Aussagen und in Kenntnis der sich daraus für den betroffenen Hotelmitarbeiter ergebenden ehrverletzenden und in der öffentlichen Meinung herabwürdigenden Folgen und der diesen Aussagen folgenden polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen den betroffenen Hotelmitarbeiter“ das Video über den angeblichen Vorfall veröffentlicht habe. Außerdem habe Ofarim die Behauptungen im polizeilichen Verhör „in Kenntnis ihrer Unwahrheit nicht nur wiederholt“, sondern den Hotelmitarbeiter „nunmehr wider besseres Wissen auch wegen des Tatvorwurfs der falschen Verdächtigung angezeigt und sich damit selbst einer falschen Verdächtigung strafbar gemacht.“

Posse um Davidstern-Kette wohl erfunden

Am 4. Oktober 2021 hatte Gil Ofarim, ein mäßig bekannter Sänger und Dauergast in diversen Promishows, für bundesweites Aufsehen gesorgt, als er in einem Instagram-Video mit tränenerstickter Stimme von einem angeblichen antisemitischen Vorfall in einem Leipziger Hotel berichtete: Wegen seiner sichtbar angelegten Davidstern-Halskette habe ihn ein Mitarbeiter aufgefordert: „Pack deinen Stern ein.“ Erst dann dürfe er einchecken. Bereits zuvor habe man ihn warten lassen und viele andere Gäste vorgezogen. Ofarim schrieb: „… gestern in Leipzig… warum?.. haben wir denn nichts nichts aus der vergangenheit gelernt?..bin sprachlos!.. es ist nicht das erste mal, aber irgendwann reicht es …“

In der Folge gab es Proteste vor dem Hotel, zahllose Würdenträger und Prominente bekundeten ihre Unterstützung für Ofarim und natürlich ließen sich die üblichen opportunistischen Politiker die Gelegenheit nicht entgehen, schnellstmöglich auf den Empörungszug aufzuspringen. Dabei hatten sie auch keinerlei Problem damit, sich in ein laufendes Verfahren einzumischen, über das noch keine Ergebnisse vorlagen. Die damalige Außenminister-Fehlbesetzung Heiko Maas (SPD) sagte: „Leipzig ist kein Einzelfall“, und kündigte die Bereitstellung von einer Milliarde Euro für den Kampf gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus an.

Deutsche Betroffenheitsreflexe

Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU) zeigte sich damals empört, dass das Hotel den beschuldigten Mitarbeiter nicht umgehend entlassen habe. Der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) nannte es inakzeptabel, was Ofarim „in meinem Heimatland widerfahren ist.” Und die grüne Justizministerin des Freistaats ließ verlauten: „Dieser offene Antisemitismus im Hotel Westin in Leipzig ist unsäglich und unerträglich. Das muss Konsequenzen haben – und eine Entschuldigung reicht da nicht aus.” Dass Maas und Co. durch die von ihnen betriebene Massenzuwanderungspolitik aus mehrheitlich islamischen Ländern Millionen der radikalsten Antisemiten der Welt nach Deutschland importieren, wurde natürlich nicht erwähnt.

Doch trotz aller vordergründigen Empörung gab es doch auch früh eine gewisse Skepsis. Das Hotel beurlaubte zwar zunächst zwei Mitarbeiter, verweigerte aber die geforderte fristlose Kündigung. Zudem führte es eine akribische interne Ermittlung durch, die zu dem Ergebnis kam, dass der von Ofarim geschilderte Vorfall nicht stattfand (Wochenblick berichtete). Auch der beschuldigte Mitarbeiter hatte bereits am Tag nach dem angeblichen Vorfall Verleumdungsanzeige gegen den Sänger erstattet.

Riesiger Kostenaufwand

Die Ermittlungen der Hintergründe dieser von vorne bis hinten erlogenen Verleumdungsgeschichte haben die Steuerzahler eine riesige Summe Geld gekostet und die Staatsanwaltschaft von der Verfolgung wirklicher Verbrechen abgehalten. Was bleibt ist ein Sänger, der seiner Berühmtheit auf die Sprünge helfen wollte, indem er sich einen antisemitischen Vorfall ausdachte, der sich passenderweise auch noch im auf der Naziskala der Wohlmeinenden ohnehin ganz oben stehenden Sachsen ereignet hatte. Dass er den guten Ruf des Hotels in den Dreck zog und dessen völlig unschuldigen Mitarbeiter einem monatelangen öffentlichen Spießrutenlauf aussetze, war ihm dabei völlig gleichgültig. Ob dies, über die strafrechtliche Verfolgung hinaus, nun endlich auch Konsequenzen für Ofarims ohnehin schwindende Karriere haben wird, kann man nur hoffen. Die Politiker und sonstigen Wichtigtuer, die sich diesen „Fall“ zunutze machen wollten, werden jedoch definitiv weiter ihr Unwesen treiben.

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