Also wollen wir uns einen Lenz machen…

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Also wollen wir uns einen Lenz machen…

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Auch wenn sich „General Winter“ gleich nach Ostern noch einmal mächtig zurückgemeldet hat, bleibt unbestreitbar, dass Frühling ist.

Eine Jahreszeit, die viel interpretiert, zitiert und besungen wird. Man denke nur an den alten Schlager „Veronika der Lenz ist da“ – und landet gleich bei der zweiten Bezeichnung für das Jahresviertel.

Die länger werdenden Tage

Dieser „Lenz“ hat die alt­hochdeutsche Wurzel „lenzo“ in der Bedeutung von „zu lang“, womit die länger werdenden Tage gemeint sind. Wenn jemand „erst 17 Lenze zählt“, ist er/sie also erst 17 Jahre alt. Und wenn es lenzt, ist eben der Frühling im Anzug. Da kann man sich schon einmal „einen Lenz machen“, sprich ein bisschen faul sein.

Bei einer weiteren Bezeichnung müssen wir noch Halt machen, nämlich beim lateinischen „ver“. Ein unscheinbarer Begriff mit bloß drei Buchstaben, möchte man meinen. Doch allein in den „Carmina burana“, den mittelalterlichen „Liedern aus Benediktbeuren“, besetzt der „ver“ gleich vier lateinische Liedanfänge. Zudem hat er in den sprichwörtlichen Gebrauch Einzug gehalten: „vere flores numerare“ heißt nämlich „im Frühling die Blumen zählen“. Das ist genauso überflüssig wie „Eulen nach Athen tragen“ oder „Wasser in die Donau schütten“…

Veronika, der Lenz ist da

Dem Lenz werden, sieht man von der legendären „Frühjahrsmüdigkeit“ ab,  viele positive Wirkungen zugeschrieben, der Aufbruch der Natur in Richtung Fruchtbarkeit und Wachstum genauso wie eine euphorisch-erotische Stimmungslage bei den Menschen. Kein Wunder daher, dass Frühlingsverse und -töne zumeist in der Rubrik „Liebeslieder“ eingeordnet sind.

Macht man bei besagten Liedanfängen mit „ver“ Halt, taucht man in eine Gefühlswelt ein, die dem Frühling eben eigen ist. „Veris leta facies“ leitet vier Strophen ein, aus denen wir unter anderem erfahren: „Frühlings fröhliches Antlitz wendet sich der Erde zu, die winterlichen Truppen flüchten schon besiegt. Flora herrscht in bunter Tracht, gepriesen vom melodischen Gesang in den Wäldern … Alles entfacht er, Amor, der grenzenlose Gott; Venus geht auf alle über durch die sommerliche Sonne.“

Willkommen kehrt der Frühling wieder

Fast verkuppelt wird man in „Ver redit optatum (Willkommen kehrt der Frühling wieder)“, denn in der zweiten Strophe heißt es: „Damit die Jungen Blumen pflücken und sich an deren Duft erquicken, Mädchen feurig gewinnen und auf die von Blumen geschmückten Wiesen gehen: gemeinsam!“

Wer aus den „Carmina burana“ zitiert, verbindet diese stets mit dem Komponisten Carl Orff, der eine kleine Auswahl aus der umfangreichen Sammlung vertont hat. Besonders ins Ohr geht das Frühlingslied, das mit „Ecce gratum et optatum ver reducit gaudia“ beginnt und die Menschen zum inneren Neustart aufruft: „Siehe, willkommen und ersehnt bringt der Frühling die Freude zurück: Purpurfarben blüht die Wiese, die Sonne erheitert alles. Ja, jetzt soll die Traurigkeit weichen! … Der Winter flüchtet, und schon saugt die Erde an den Brüsten des Frühlings. Der hat einen trüben Sinn, der unter des Sommers Verheißung sein Leben nicht genießt noch ausgelassen ist!“

Dem ist seit alters her nichts hinzuzufügen…

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