Die Sprüche wetterlastiger Scherzbolde

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Die Sprüche wetterlastiger Scherzbolde

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Die alten Wetter- und Bauernregeln haben zwar einen wahren Kern, doch mit der modernen Meteorologie können sie es längst nicht mehr aufnehmen. Wenngleich schon gesagt sein muss, dass unsere Altvorderen, die einst großteils von der Landwirtschaft lebten, zur Natur ein ganz anderes Verhältnis aufgebaut hatten als unsereiner im Computer-Zeitalter.

Trotzdem konnte es nicht ausbleiben, dass selbst in der Glanzzeit der alten Bauernregeln und -verslein sich so mancher den himmlischen Gewalten Ausgesetzte einen Spottreim darauf machte und sich somit im Kapitel „Scherzregeln“ verewigte, das uns in diesem Beitrag aus dem Vollen schöpfen lässt. Wobei auch Scherzverse abseits des Wetters in die Sammlung eingeflossen sind.

Mit einem Augenzwinkern folgen wir also dem Motto: „Liegt des Bauern Uhr im Mist, weiß er nicht, wie spät es ist.“ Und setzen fort mit der rustikalen Aufforderung, dass wir in den Wochen vor Ostern den Gürtel enger schnallen sollten: „Jetzt san Fasttag, jetzt hat’s Maul Rasttag.“ Und denken zurück, dass ja schon der Februar spar- und genügsam mit seinen Tagen umgegangen ist und folgende Scherzregeln hinterlassen hat: „Geborgt wird nur einmal im Jahr, und zwar am 30. Februar.“ Dazu kommt noch: „Auf dieses kannst du zählen zu jeder Zeit, dass es am 30. Februar weder regnet noch schneit.“

„Scherzregeln“

Sollte jemand über den Durst getrunken haben oder selbiges planen, können auch so manche himmlische Unbillen einher gehen. Denn: „Kommt der Mann im Rausch nach Haus, bricht ein Donnerwetter aus.“ Oder: „Will der Mann die Kehle feuchten, gibt es starkes Wetterleuchten.“ Schuld daran scheint die Vegetation zu sein, wenn man folgenden Scherz-Merkspruch hernimmt: „Geraten sehr wohl die Hopfen und Reben, so wird’s in der Folge viel Räusche geben.“

Na Prost, kann man da nur sagen, und die Zeitläufe möglichst nüchtern analysieren. Das fängt schon mit der Monatsfolge an, die unumstößlich ist: „Auf März folgt stets April, das ist Kalenderwill.“ Und man sollte sich ja nicht aufscheuchen lassen von allfälliger Lärmentwicklung, zumal man ja längst gelernt hat: „Stellt sich im März schon Donner ein, so muss das ein Gewitter sein.“

Kirschenpflücken im April

Erst recht soll man dem Federvieh am Bauernhof keine prophetischen Gaben zuschreiben, denn: „Stellt sich ein Huhn früh gackernd ein, gibt’s Regen oder Sonnenschein.“ Und glaube selbst am heiligen Abend nicht an Wunder, sondern stelle abgebrüht fest: „Wenn die Henne zu Weihnacht zwei Eier gebiert, so hat sie sich offenbar geirrt.“ Und lasse sich nicht beunruhigen, denn „Nicht jedes Froschgeschrei zieht Regen herbei.“

Bald schreiben wir ja den 1. April, an dem man besonders aufpassen sollte, will man nicht jemandem auf den Leim gehen. Hineingetappt ist man sicherlich, wenn man folgenden Scherzspruch bestätigen muss: „Wer im April will Kirschen pflücken, der ist nicht schwer dorthin zu schicken.“ Wichtig darum: „Den ersten April musst überstehn, dann kann dir nur noch Guts geschehn.“
Bleibt nur zu hoffen, dass sich wenigstens diese eine Regel bewahrheitet…

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Ist das Wirtshaussterben noch zu stoppen? 1

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