Süße Botschafter aus Oberösterreich

Süße Botschafter aus Oberösterreich

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Die Welser Torte, der Zaunerstollen aus Bad Ischl oder die Gramastettner Krapferl: Viele unserer Gemeinden haben einen „süßen Botschafter“. Die Nummer 1 im Lande ist jedoch mit Sicherheit die Linzer Torte. Ihr ältestes Rezept datiert aus dem Jahr 1653, was sie zur ältesten Torte der Welt macht.

Konditormeister Leo Jindrak gilt als „Papst der Linzer Torte“ – er produziert jährlich 120.000 Stück, Tendenz steigend.

Die Linzer Torte & Co. als Teil unserer kulinarischen Kultur

Die Linzer Torte gilt als weltweiter Botschafter von Oberösterreichs Landeshauptstadt – sogar in der TV-Serie „Mein cooler Onkel Charlie“ spielte die Köstlichkeit eine Nebenrolle, die Kaffeemarke Nespresso entwickelte kürzlich eine eigene Geschmacksrichtung mit Linzer Torte-Aroma.

364 Jahre Tradition

Das Rezept aus dem 1653 datierten Kochbuch der Gräfin Anna Margarita Sagramosa aus Verona gilt als die älteste Beurkundung der Linzer Torte. In einer IMAS-Umfrage zum Thema österreichische Mehlspeisen schlägt die Linzer Torte sogar Guglhupf, Buchteln und Palatschinken.

„Sie ist der Exportschlager schlechthin“, sagt Tourismusdirektor Georg Steiner.Wie wahr: Als „Torta di Linz“ ist sie in Italien ebenso populär wie im deutschsprachigen Raum. Dass der Prophet im eigenen Land nichts gilt, lässt sich von Linz und seiner Torte wahrlich nicht sagen: Im Linzer Stadtmuseum Nordico ist etwa die älteste Darstellung einer Linzer Torte zu sehen (um 1650).

Quitten aus Kreta

Historisch schlägt die Linzer Torte den Bogen von den Alpen bis zum Mittelmeer. Im 17. Jahrhundert waren einige Linzer Kaufleute dazu privilegiert, Waren aus der damaligen Welthandelsstadt Venedig zu importieren. Über die Lagunenstadt gelangten so die sündhaft teuren Quitten aus Kreta nach Linz. Sie waren zentraler Bestandteil der Urversion der Linzer Torte.

Denn das süße Gebäck war ein kulinarisches Statussymbol, mit dem der Adel und später betuchte Bürger Wohlstand demonstrierten. Dazu dienten neben der Quitte auch andere kostbare Zutaten wie Mandeln, Zimt, Nelken und Muskatnuss. Die exotischen Aromaspender wurden auf der Donau nach Linz verschifft, sowie auf der transalpinen Handelsroute von der Adria her transportiert.

Und dass das Linzer Backwerk immer beliebter wird, beweisen die Produktionszahlen von „Mister Linzer Torte“, Leo Jindrak: Im Kulturhauptstadtjahr 2009 steigerte er den Tortenverkauf erstmals über 100.000 Stück, 2016 waren es bereits über 120.000.

Ribiselmarmelade und Teiggitter müssen sein

„Böse Zungen behaupten, die Linzer Torte ist so trocken, dass sie bei den Ohren herausstaubt. Das ist natürlich nicht so. Sie muss vom Rezept her passen und es muss viel Marmelade drin sein“, weiß Jindrak. Und ganz wichtig ist die Ribiselmarmelade. Ein weiteres Geheimnis: „Der Teig muss einige Zeit stehen gelassen werden, damit er richtig mürbe und saftig wird.“

Und was macht das Backwerk zur „original“ Linzer Torte? Der Name ist nicht geschützt, ebensowenig das Rezept. Sie muss lediglich in Linz hergestellt sein. Und natürlich darf das charakteristische Gitter oben nicht fehlen. Mahlzeit!

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