Verkehrte Welt der Faschingszeit

Werbung

Werbung

Verkehrte Welt der Faschingszeit

[responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Vorlesen"]

Werbung

Bis zum letzten Februartag leben wir in der „fünften Jahreszeit“, wie der Fasching auch genannt wird. Ab 1. März (Aschermittwoch) haben wir uns auf die Fastenzeit einzurichten, die mit Ostersonntag (16. April) zu Ende geht. Doch tragen Sie diese Eckdaten nicht auch in den Kalender für 2018 ein, denn im nächsten Jahr endet die „närrische Zeit“ schon am 13. Februar, Fasten ist demnach bis 1. April (Ostern) angesagt.

Das vermeintliche „Durcheinander“ in Sachen Faschingsende lässt sich aber schnell entwirren, wenn man die Mondphasen, die österliche Fastenzeit und somit das Kirchenjahr in die Betrachtung einbezieht. Das folgende Buchzitat*) klärt uns über die Wechselwirkung der beiden Zeitabschnitte wie folgt auf:
„Im christlichen Festkalender geht die Fastenzeit dem Osterfest voran, das durch das Konzil von Nizäa 325 auf den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond festgesetzt wurde. Ostern ist also ein Festtermin, der auf die Zeit zwischen dem 21. März und dem 18. April fallen kann. … In Bezug auf das vierzigtägige Fasten Jesu legte die Kirche die Länge der Fastenzeit auf 40 Tage und Nächte (=Quadragesima) fest. Der Beginn der Fastenzeit lag somit auf einem Mittwoch und das Ende auf dem Dienstag nach dem 6. Sonntag vor Ostern. …

Die Fastnacht

Als die Synode von Benevent 1091 die Sonntage in der Fastenzeit als Gedächtnistage der Auferstehung Jesu vom Fasten ausnahm, rückte der Beginn der Fastenzeit um sechs (Wochen-)Tage vor. Die Fastnacht (Fasching) endet deshalb seitdem am Dienstag nach dem 7. Sonntag vor Ostern, und die Fastenzeit beginnt mit dem folgendem Mittwoch, dem Aschermittwoch.“
Sollte jemand um fünf Jahre voraus planen (müssen oder wollen), dem sei verraten, dass man sich dann am 1. März 2022 frei nehmen sollte, um am Faschingsdienstag über die Schnur zu hauen. Das Datum findet man auch ohne Berechnung schnell abrufbar im Netz…

Zurück zum Ursprung

Auf der Suche nach dem Ursprung unseres heutigen Faschings gelangt man ins Jahr 3000 vor der Zeitenwende. Damals berichtete der babylonische Priesterkönig Gudea von Sirgulla über ein siebentägiges Fest der jährlichen Tempelweihe nach dem Neujahrsfest. Wobei Essen, Trinken, Fröhlichkeit sowie die Umkehrung der Verhältnisse regierten. Denn: „Kein Getreide wird gemahlen, die Sklavin ist der Herrin gleichgestellt, und der Sklave geht an seines Herren Seite; der Mächtige wie der Niedrige sind seinesgleichen.“

Von Herren und Sklaven

Diese verkehrte Welt setzte sich in der Antike in der Zeit der „Saturnalien“ fort, die an eine goldene Zeit ohne Knechtschaft erinnerten. Herren und Sklaven tauschten die Kleidung – und ihre Rollen. Statt in der Toga trat man in der Öffentlichkeit im Hauskleid auf, während die Sklaven in einer weißen oder purpurfarbenen Toga durch die Straßen zogen. Und durften nur an besagten Tagen spitz zulaufende Hüte tragen, die später zur Kopfbedeckung der Clowns wurden.
Angesichts dieses Rollenwechsels wünscht man sich, der Fasching möge doch das ganze Jahr dauern. Narren laufen ja jederzeit genug herum…
*) Manfred Becker-Huberti: „Feiern – Feste – Jahreszeiten“. Herder.

+++

Der Artikel hat für Sie wichtige Neuigkeiten enthalten? Sie wollen keine brisanten Informationen mehr verpassen? Dann abonnieren Sie unseren kostenlosen NEWSLETTER!

Verkehrte Welt der Faschingszeit TEILEN
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on telegram
Telegram
Share on reddit
Reddit
Share on email
Email
Ähnliche Artikel
Schlagwörter
NEWSLETTER

Bleiben Sie immer aktuell mit dem kostenlosen Wochenblick-Newsletter!

Neuste Artikel