Viel kann man mit der Musik sagen

Werbung

Viel kann man mit der Musik sagen

[responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Vorlesen"]

Immer näher rücken nun jene sommerlichen Wochen der Musikfestivals, ob unter freiem Himmel oder in Konzerthallen und Sälen. Die Freiluft-Aufführungen bleiben wegen des Wetters eine Zitterpartie, aber auch diese Unsicherheit gehört zum Kulturerlebnis gleichsam dazu.

Man setzt sich oft schon lange vorher mit dem Programm auseinander, liest sich ein, hört sich vielleicht Tonproben an – und ist auch im Sprachgebrauch schon ganz auf das Ereignis eingeschossen, ohne die Redewendungen, derer man sich auch ohne Konzertbesuch bedient, zu hinterfragen.

Der Ton macht die Musik

Zumal alles, was zum alltäglichen Gebrauch gehört, nicht auffällt. Beachten wir beispielsweise die im zwischenmenschlichen Sprachgebrauch unabdingbare Grundregel „Der Ton macht die Musik“.

Diesen Satz, der eine Aufforderung zu freundlicher Artikulation in sich birgt, sollte man zu einer Grundregel der Konversation erheben, sofern man über das Smartphone hinaus auch noch mündlich Kontakt hat.

Ansonsten kann es der Fall sein, dass jemand, von einem falschen Ton auf dem falschen Fuß erwischt, barsch repliziert: „Dem werde ich aber in Zukunft den Marsch blasen!“ Und zwar „mit Pauken und Trompeten“, damit es der ungehobelte Zeitgenosse auch merkt…

Himmel voller Geigen

Doch lassen wir uns lieber von positiver Stimmung inspirieren, denn „der Himmel hängt voller Geigen“, wenn man bereit ist, die Botschaft von oben herab aufzunehmen.

Die Redewendung geht auch auf das Empfinden der Weihnachtsbotschaft zurück, man dachte sich die Himmelschöre von einem Orchester begleitet.

Ein schlesischer Dichter hat diese Empfindungen in folgende Worte gekleidet: „Der Himmel tut sich auf und hängt voller Geigen, die Cherubinen mühen sich, die Geburt zu zeigen den armen Hirten an.“

Nach der Pfeife tanzen

Ist man von einem Menschen begeistert, kann es sogar vorkommen, dass man „nach jemandes Pfeife tanzt“. Diese Formulierung hat ihren Ursprung in einem Werk des griechischen Fabeldichters Äsop (Aisopos).

Darin versucht ein Fischer mit seinem Flötenspiel vergeblich, Fische in sein Netz zu locken. Als er diese auch ohne instrumentale Hilfe endlich im Netz hat, hüpfen sie auf dem Strand herum. Der Mann ist erbost: „O ihr schlechter Getier, als ich euch flötete, wolltet ihr nicht tanzen, nun, da ich aufgehört habe, tut ihr es.“

Der Evangelist Matthäus hat Äsop aufgegriffen und das Wort gekürzt übernommen, Luther überlieferte in seiner Bibelübersetzung: „Wir haben euch gepfiffen und ihr wolltet nicht tanzen.“ Diese Formulierung führte zur heutigen Redensart, die auch durch das Bild des nach der Pfeife tanzenden Bären lebendig blieb.

Aus dem letzten Loch

Die Handhabung von Holzblasinstrumenten hat aber auch eine Redewendung geboren, die man nicht gerade gerne hört. Denn „der pfeift schon auf dem letzten Loch“ bedeutet, dass es mit einem Menschen finanziell, politisch oder gar gesundheitlich zu Ende geht.

In Wirklichkeit ist man, wenn man zum Beispiel auf dem letzten Loch einer Flöte bläst und ihr den höchsten Ton entlockt, mit den Möglichkeiten des Instrumentes am Ende.

Solche Interpretationen mögen uns im musikalischen Sommer erspart bleiben. Stattdessen mögen alle „die erste Geige spielen“ und sich wie  Stimmführer im Orchester fühlen können…

++++

Der Artikel hat für Sie wichtige Neuigkeiten enthalten? Sie wollen keine brisanten Informationen mehr verpassen? Dann abonnieren Sie unseren kostenlosen NEWSLETTER!

Viel kann man mit der Musik sagen TEILEN
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on telegram
Telegram
Share on reddit
Reddit
Ähnliche Artikel
Schlagwörter
NEWSLETTER

Bleiben Sie immer aktuell mit dem kostenlosen Wochenblick-Newsletter!

Neuste Artikel