Die Kurz-ÖVP ist schwer angeschlagen und übt sich nun offenbar im Dirty Campaigning. Doch auch das geht schief: Nachdem die Türkisen ein Dossier über die Fraktionsvorsitzenden von SPÖ und NEOS sowie ein freiheitliches U-Ausschuss-Mitglied verschicken wollten, flogen sie damit beinhart auf. Grund: Die verunglimpfende Mail wurde wohl versehentlich an Stefanie Krisper von den NEOS verschickt. 

Die Vorwürfe gegen die ÖVP-Regierungsmitglieder reißen bekanntlich nicht ab. Während die Grünen weiter hinter der türkis-grünen Koalition unter Sebastian Kurz stehen, sorgen die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Sebastian Kurz mittlerweile weltweit für Aufsehen. In New York berichtete das Nachrichtennetzwerk Bloomberg über den Fall, in Großbritannien die BBC. Im Falle einer Verurteilung drohen Kurz bis zu drei Jahre Haft (Wochenblick berichtete).

„Genug ist genug“

In einem Aufsehen erregenden ORF-Interview mit Armin Wolf redete sich der Kanzler zitternd, zum Teil von einem Zettel ablesend, um Kopf und Kragen. Journalist Thomas Walach analysierte sein Scheitern. Kurz bekräftigte erneut, dass ein Rücktritt für ihn nicht in Frage komme. Niemals habe er von einem Politiker, „dem etwas vorgeworfen wird“, den Rücktritt verlangt, rechtfertigte Kurz seine Entscheidung. Viele Österreicher erinnern sich daran, dass Sebastian Kurz aufgrund des Ibiza-Skandal-Videos auf alle Fälle den Rücktritt des ehemaligen Vizekanzlers Heinz-Christian Strache und des – daran unbeteiligten – Innenministers Herbert Kickl (FPÖ) forderte. Interessant ist hierzu auch seine Rede, in der er mit den Worten „Genug ist genug“ die Regierung mit den Freiheitlichen aufkündigte.

Hanger: Der Unbekannte, der die Türkisen retten soll

Gleichzeitig tritt der ÖVP-Nationalratsabgeordnete Andreas Hanger an, um die Ehre der Partei zu retten. Hanger war bisher eher unbekannt. Als Sympathieträger gilt er ÖVP-Insidern zufolge nicht – dafür liegen nach derzeitigem Wissensstand keine Ermittlungen gegen den Nationalratsabgeordneten vor. Gegenüber Puls4 erklärte er, dass er sicher sei, dass sich alle Vorwürfe in Luft auflösen würden. Doch trat Andreas Hanger in ein ordentliches Fettnäpfchen und so könnten auch ihm bald Konsequenzen drohen.

An falsche E-Mail-Adresse geschickt

Es waren die NEOS, die Sebastian Kurz wegen seiner mutmaßlichen Falschaussage im Untersuchungsausschuss anzeigten. Offenbar versuchte man sich seitens der ÖVP dafür zu rächen. Vermutlich, um den U-Ausschuss zu diskreditieren, soll die ÖVP eine PR-Agentur beauftragt haben. Offenbar um eine Schmutzkübel-Kampagne anhand beschädigender Dossiers über die Fraktionsvorsitzenden im U-Ausschuss Stefanie Krisper (NEOS) und Kai Jan Krainer (SPÖ) sowie U-Ausschussmitglied Susanne Fürst (FPÖ) zu erstellen.

Am Freitag Vormittag soll Andreas Hanger die Dossiers verschickt haben. Doch offenbar lagen die Nerven derart blank, dass ihm ein folgenschwerer Fehler unterlaufen sein muss: So landeten die Verunglimpfungen nicht nur bei zahlreichen ÖVP-Abgeordneten, Referenten und einer PR-Agentur, sondern auch bei Stefanie Krisper selbst, wie Medien berichten.

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