Österreich wählt am Sonntag „rechts“. Im Interview mit dem „Wochenblick“ verraten ÖVP und FPÖ wie sie die Zuwanderung stoppen wollen. Die morgen erscheinende „Wochenblick“-Ausgabe (38/17 vom 12.10.2017) enthält ein „Wahlspezial“, das es in sich hat: Beide potentiellen Kanzleranwärter, Kurz und Strache, wollen in der nächsten Regierung die Asyl- und Einwanderungspolitik radikal ändern.

Zuwanderung alles entscheidendes Thema

Das Ausländer-Thema ist das „Top-Thema“ in diesem Wahlkampf. Das sagt auch der Politwissenschaftler Peter Filzmaier gegenüber dem ORF. Und die Umfragen sagen voraus: „Linke“ Parteien, „Willkommenskultur“ und Multi-Kulti werden am kommenden Wahlsonntag abgewählt. Die „Grünen“ bangen gar um den Einzug ins Parlament, die SPÖ hat sich im Schmutzkübel-Chaos selbst demontiert. Kurz und Strache werden voraussichtlich über 60 Prozent der Wählerstimmen abräumen.


Sozialleistungen für Ausländer kürzen

Sowohl ÖVP als auch FPÖ wollen Sozialleistungen für Ausländer kürzen. Das könnte sie in einer künftigen Regierung möglicherweise zusammenführen. Der „Wochenblick“ sprach in seiner am 12. Oktober erscheinenden Print-Ausgabe mit Sebastian Kurz und HC Strache. Beide wollen Österreich als Anziehungspunkt für Wirtschaftsmigranten unattraktiv machen.

Kurz bedauert Fehler bei Einwanderung

Als erster christlich-konservativer Spitzenpolitiker gesteht Kurz grundlegende Fehler in der Einwanderungspolitik ein: „Wir sind heute mit den Konsequenzen jener Fehler konfrontiert, die vor 30 und 40 Jahren gemacht wurden. Damals begann eine Phase der relativ unkontrollierten Zuwanderung.“

Die Politik habe damals die Probleme einfach ausgeblendet. Als möglicher künftiger Kanzler will Kurz, betonte er im „Wochenblick“-Gespräch, die Entstehung von „Parallel-Gesellschaften unterbinden“ und den „politischen Islam bekämpfen“.

Strache: Taten statt Worte

FPÖ-Chef HC Strache legt nach. In einer möglichen schwarz-blauen Regierung müsse gehandelt, nicht nur geredet werden: „Für uns Freiheitliche ist es wichtig, dass eine weitere Zuwanderung gestoppt wird, Asylverfahren beschleunigt werden und, im Falle eines negativen Bescheides, eine sofortige Abschiebung in das Heimatland eingeleitet wird. Das betrifft natürlich auch hier in Österreich straffällig gewordene Migranten.“

Mölzer: Zuwanderungs-Stopp ist das Mindeste

Der ehemalige EU-Abgeordnete und FPÖ-Vordenker Andreas Mölzer mahnt im „Wochenblick“ seine Partei zur Vorsicht. Fehler, die damals unter Jörg Haider gemacht wurden, dürfen nicht wiederholt werden. Eine klare freiheitliche Handschrift müsse in ein künftiges Regierungsprogramm.

Mölzer hat eine konkrete Forderung an die Partei, wenn sie etwa mit der ÖVP in Regierungsverhandlungen treten sollte: „Ein absoluter Stopp der illegalen Zuwanderung ist dabei das Mindeste was man verlangen muss, die rasche und kompromisslose Rückführung von abgelehnten Asylsuchenden und illegal im Lande lebenden Menschen ist der nächste notwendige Schritt.“