Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) setzten beim heutigen Corona-Gipfel alles daran, weitere Verschärfungen – vor allem im Osten Österreichs – durchzusetzen. Doch die Landeshauptleute stemmten sich mit aller Kraft gegen diese Pläne. Sie forderten im Sinne der leidgeplagten Bevölkerung Öffnungsschritte. Nun soll weiterverhandelt werden.

Kurz sprach wieder einmal seine – mittlerweile gewohnte – Floskel vom „Licht am Ende des Tunnels“ aus. Für Ostern seien derzeit dennoch keine Ausnahmen vorgesehen – der knallharte Lockdown soll auch während der Feiertage bestehen. Anschober verzichtete dieses Mal auf seinen gewohnten Stehsatz „die nächsten 14 Tage werden entscheidend sein“ und widmete sich stattdessen der – genauso altbewährten – Warnung vor überfüllten Intensivbetten und Triagen.

Kurz: Zwei Drittel der Österreicher impfen

Neu jedoch war Anschobers Feststellung, dass aufgrund der britischen Mutation nun auch zunehmend junge Menschen, „auch Mitte 20“, auf den Intensivstationen landen würden. Fachleute sehen die Impfungen als Ursache für die zunehmende Aggressivität des Virus. Derartige Vorgänge sind auch aus der Vergangenheit bekannt. So zeigt auch der heutige Stand der Wissenschaft, dass erst die Vogelgrippe-Impfungen eine noch gefährlichere Variante des Virus hervorgebracht haben. Kurz zielt dennoch darauf ab, zwei Drittel der „impffähigen“ Österreicher mit den neuartigen Vakzinen behandeln zu lassen. Für etwaige Schäden übernehmen die Hersteller dabei keine Haftung. Die Impflinge sind dabei offiziell Studienteilnehmer.

Gastgärten-Öffnung auf ungewisse Zeit verschoben

Da keine Einigung mit den östlichen Bundesländern Burgenland, Wien und Niederösterreich erzielt werden konnte, kommt es weder zu Verschärfungen, noch zu Lockerungen. Wie vermutet, wurde die Öffnung der Gastgärten auf ungewisse Zeit nach hinten verschoben. Die Landeshauptleute gaben der Regierung zu bedenken, dass sich die Menschen ohnehin treffen würden, auch wenn man sie aus dem öffentlichen Raum verbanne. Doch die Einschätzung blieb von der Regierung offenbar ungehört.

Kurz entgegen Wissenschaft: „Lockdowns Ultima Ratio“

Kurz bezeichnete die Lockdowns – entgegen vieler Expertenmeinungen – als die „Ultima Ratio“. Wir seien „mitten in der dritten Welle“, nur durch noch härtere Lockdowns sei die Situation auf den Intensivstationen (die Auslastung liegt derzeit bei lediglich 44,6% laut AGES-Dashboard). Professor Ioannidis von der Stanford-Universität bewies wissenschaftlich, dass Lockdowns nicht die von den Regierungen kolportierte Effektivität gegen die Verbreitung des Virus haben.

 

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