Worauf die aktuelle Corona-Panik in Oberösterreich fußt, ist fraglich. Fest steht: Bislang hat das Landesregierungs-Team Stelzer-Haimbuchner bislang gute Arbeit in der Eindämmung der Krankheit geleistet. Die Intensivstationen melden heute einen einzigen Corona-Patienten. Die offizielle Statistik des Landes beweist: Zu keinem Zeitpunkt gab es im Land Oberösterreich eine Übersterblichkeit. Die Zahlen legen nahe, dass die Neuinfektionen auch auf die wissenschaftlich belegte Fehlerquote der Tests zurückzuführen sein könnten.

Über die Gefährlichkeit des Corona-Virus wird weltweit hitzig debattiert. Während die einen den Weltuntergang beschwören, verweisen andere nüchtern auf die Statistiken. Inzwischen sind gut vier Monate seit Beginn der so genannten Pandemie in Österreich vergangen. Sehr fraglich ist auch, weshalb Behörden und die Einheitspresse kaum zwischen diagnostizierten Fällen und Erkrankten mit tatsächlichen Symptomen unterscheiden.

Statistik liefert den Beweis

Die Statistik des Landes Oberösterreichs (Bild unten) beweist, dass die Todesfälle seit Jahresbeginn nicht außerhalb der Norm liegen. Genauer betrachtet fielen sie sogar eher unterdurchschnittlich aus – und zwar sowohl in der Altersgruppe ab 65 Jahren als auch bei allen jüngeren Einwohnern.

International mehren sich die Stimmen, die darauf hinweisen, dass mehr Corona-Tests auch zu mehr scheinbar aktiven Corona-Fällen führen. Dies solle aber auch an der Fehlerquote der Tests liegen, die im günstigsten Fall und bei den besten Tests bei 0,3 Prozent liegt. Tatsächlich ist die Bandbreite möglicher Fehler aber größer. Die Gesellschaft zur Förderung der Qualitätssicherung in medizinischen Laboren gibt die Fehlerquote bei positiven Proben zwischen 0,3 bis 1,1 Prozent, bei negativen Proben zwischen 1,4 und 2,2 Prozent an.

Anstieg im Rahmen der Fehlerquote?

Konkret sieht dies nun so aus: Das Land OÖ meldete beispielsweise für den 9. Juli 2.860 bestätigte Corona Fälle. Am Tag darauf waren es 2.906. Ein Zuwachs von 46 Fällen. Innerhalb dieses Tages wurden 1.946 Testungen gemeldet. Eine Fehlerquote von im schlimmsten Fall zwei Prozent ergäbe 43 Fälle. Im Grunde genommen wäre es also rechnerisch möglich, dass wir in Oberösterreich weder eine zweite Welle noch die behaupteten Neuinfektionen sehen. Durch die Zahl der Testungen kann es sich eigentlich jedes Land einrichten, welche Steigerung an „bestätigten Corona Fällen“ es haben will.

Haimbuchner und Stelzer appellieren an Kurz

Zuerst wandte sich Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner von der FPÖ an die Regierung in Wien: „Sagen Sie uns endlich, was Sie vorhaben“, fragte er Kanzler Sebastian Kurz und prangerte an, dass die Bundesländer mit ihren Entscheidungen im Stich gelassen werden. So sieht das auch der Koalitionspartner in Oberösterreich: ÖVP-Landeshauptmann Thomas Stelzer wünscht sich von Wien, dass hier endlich Vorgaben gemacht werden: „Verschärfungen in den Ländern sollen auf Basis österreichweit einheitlicher und vergleichbarer Indikatoren erfolgen, damit kein wildes Durcheinander an Vorschriften entsteht.“