Das Gesicht des Mannes, der bei der Wahlfeier hinter dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) steht, sagt wohl alles. Er scheint vor Rührung zu platzen und ist den Tränen sichtbar nahe.

Ein Kommentar von Chefredakteur Christian Seibert

Dabei hat die sächsische CDU gerade mit minus sieben Prozent eine historische Wahlniederlage (32 Prozent) hinnehmen müssen. Und doch feiert die Kanzler-Partei die Wahlschlappe, als hätte man gerade die absolute Mehrheit eingefahren. Das Landesoberhaupt Sachsens ruft euphorisiert in die Menge der Parteifunktionäre, dass sich eine deutliche Mehrheit für ein „freundliches Gesicht Sachsens“ entschieden habe.

Historisch beste Ergebnisse für AfD

Nicht anders die Gesichter bei der brandenburgischen SPD. Dort war Ministerpräsident Woidke von der SPD wohl ebenfalls von einer noch deutlicheren Niederlage ausgegangen.

Was in den Mainstream-Medien in diesen Minuten zu kurz kommt. Der große Wahlsieger trägt blau! In Brandenburg hat die Alternative für Deutschland (AfD) ZDF-Umfragen zufolge auf 24 Prozent (+ 11) zugelegt und rückte der SPD bis weniger als drei Prozent auf die Pelle. Und auch in Sachsen feierten die „Blauen“ trotz einseitiger Negativ-Berichterstattung durch die Establishment-Medien mit 27,8 Prozent ihr historisch bestes Ergebnis.

Der große Erfolg der AfD in beiden Bundesländern ist eine Abrechnung mit der Flüchtlingspolitik der CDU-Bundeskanzlerin Angela Merkel. Und er zeigt auf, dass man sich von den arroganten Westmedien nicht mehr länger einschüchtern lässt, wenn diese ostdeutsche Bundesländer als „Schandfleck“ oder „braune Hochburg“ bezeichnen.

Bürger missbilligen Ausgrenzung

Überhaupt war der Wahlkampf von einer „Alle gegen einen“-Stimmung geprägt, wie selten zuvor in der bundesdeutschen Geschichte. Und auch, wenn es Vertreter der Medien und des linken Establishments nicht gerne hören: Der eine hat die Wahl deutlich gewonnen!

Jetzt kommt natürlich, was kommen muss. Die AfD wird nach der Wahlauseinandersetzung bei den Verhandlungen über mögliche Koalitionsvarianten ausgegrenzt und es wird zu einer „Koalition der Anständigen“ gegen den einen kommen. Dass es bei diesen abstrusen Dreier-Koalitionen nicht mehr auf das Parteiprogramm, sondern vielmehr um die Verhinderung der AfD geht, ist sonnenklar. Die Bürger Brandenburgs und Sachsens werden das Treiben in den nächsten Jahren kritisch hinterfragen.

Die deutschen Altparteien sind noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Wenn die Forderungen von einem Drittel der Wähler ignoriert werden, dann ist davon auszugehen, dass der Mann hinter dem Ministerpräsidenten Kretschmer bei der nächsten Wahlfeier wohl vor Trauer weinen wird…