Am Landesgericht Innsbruck wurde ein mutmaßlicher Islamist wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristische Vereinigung und wegen eines Mordversuches auf einen Bekannten zu 14 Jahren Haft verurteilt. 

Auch wenn man sich zur genauen Herkunft uneinig ist – die Krone bezeichnet ihn als staatenlosen Palästinenser, oe24 als Syrer – ist klar: Der Mann, der sich bereits seit 2005 in Österreich befand, radikalisierte sich in Tirol immer weiter. Dies bestätigte eine einheimische Frau, die ihn bei sich aufgenommen hatte – am Ende gab er ihr nicht einmal mehr die Hand. Zum Jahreswechsel attackierte er dann einen Bekannten.

Islamist: „Ich muss alle Feinde Allahs hassen“

Nach der Vermittlung an eine Familie im Außerfern mit Zwischenstationen im Asyllager Traiskirchen und in Wien bestritt die „Fachkraft“ sein Auskommen mit Gartenarbeit. Und wurde nebenbei immer religiöser. Die Unterkunftgeberin erzählt, wie er sich plötzlich einen Bart wachsen ließ, immer mehr israelfeindliche Symbole auf sein Handy lud. In seinem Zimmer hingen Fahnen der Terrormiliz „Islamischer Staat“. Schließlich verkündete er seinen Gastgebern: „Ich muss alle Feinde Allahs hassen“. 

Einen solchen dürfte er wohl auch in einem Iraker gesehen haben, der am Neujahrstag in einer Garage in Höfen (Bezirk Reutte) ein Auto reparierte. Die beiden Männer gerieten in Streit, ehe der mutmaßliche Messerstecher seinem Bekannten aus religiösen Gründen mit dem Umbringen drohte. Er sagte: „Ungläubiger! Warum betest du nicht, warum trinkst du? Ich habe es dir schon oft gesagt – ich werde dich schlachten!“ Dann stach er zu – und sein Opfer blieb nur durch geschickte Abwehr des Angriffs unverletzt.

Kontakt zur Dschihadisten-Szene in Wien

Wie weit die Radikalisierung zu diesem Zeitpunkt fortgeschritten war, erkannten die Beamten dann bei einer Razzia. Denn neben den Fahnen in seinem Zimmer warb der Migrant sogar auf der Mailbox seines Handys für den „Islamischen Staat“! Er hatte zudem Kontakt zu polizeilich gesuchten Dschihadisten aus Wien.

Selber versuchte der Mann vor Gericht zu beschwichtigen: „Ich habe nur Interesse an Religionen, bin aber kein Psychopath.“ Die Geschworenen ließen sich davon nicht beirren und fällten ein einstimmiges – allerdings noch nicht rechtskräftiges Urteil: 14 Jahre Haft. Wieso der Verfassungsdienst erst nach der Attacke auf den Mann aufmerksam wurde, bleibt indes vorerst unklar.