Im vom Hochwasser stark gebeutelten nordrhein-westfälischen Erftstadt blamiert sich der nach Umfragen vorne liegende Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) bis auf die Knochen. Doch das ist nicht der erste Patzer des schwarzen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen. An einer Entschuldigung kam er diesmal nicht vorbei. Ist das Verhalten typisch für Politiker?

  • Verstörender Auftritt von Armin Laschet
  • Dieser lacht während der Rede des Bundespräsidenten
  • Auch Frank Walter Steinmeier beim Feixen beobachtet
  • Glaubwürdigkeit erneut schwer erschüttert
  • Politische Verantwortung wird nicht übernommen

Von Achim Baumann

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Erftstadt liegt rund 20 Kilometer südwestlich von Köln. Dieser Tage macht das kleine Städtchen nicht nur wegen der Flutkatastrophe von sich reden. Erftstadt hat es als besonders von der Flutkatastrophe betroffene Stadt sogar auf die Titelseite der US-amerikanischen „New York Times“ geschafft. Aber Erftstadt war am vergangenen Samstag auch Station von Ministerpräsident Armin Laschet und Bundespräsident Frank Walter Steinmeier, die sich vor Ort die fürchterlichen Ausmaße der Naturkatastrophe anschauen wollten. Während der Rede von Steinmeier konnte man Laschet mit anderen scherzen und lachen sehen und hören. Dies sorgte für schwere Kritik an dem Bundeskanzlerkandidaten.

Nicht das erste Mal keinen Anstand

In den vergangenen Wochen lag der Fokus eher bei Annalena Baerbock (Grüne), die inzwischen der mehrfachen Schummelei überführt wurde. Die anderen beiden Kanzlerkandidaten, Laschet und Scholz, hatten bislang Glück, nicht besonders kritisch hinterfragt zu werden. Das dürfte sich seit dem Wochenende geändert haben. Angesichts der bislang rund 200 Toten, der Tausenden Verletzten und Obdachlosen erscheint es bitter, einen so hochrangigen Politiker albern zu sehen. Ein Politprofi wie er hätte wissen müssen, dass bei so einer Situation kein Lachen entschuldbar ist, wenngleich er im Nachgang und aufgrund der massiven Kritik mittlerweile um Entschuldigung bat. Dabei ist es nicht der erste Ausrutscher. Laschet soll sich wenige Tage zuvor in einem Fernsehinterview zur Hochwasserlage gegenüber einer intensiv fragenden Journalistin im Ton vergriffen haben, kanzelte sie frech ab, als sie mehrfach nachhakte.

Laschet auch politisch in Not?

Man kann sich zudem fragen, wie frech das Auftreten von Politikern in Wahlkampfzeiten sein kann. Denn diese tragen die politische Verantwortung dafür, dass die frühzeitig bekannten Hochwasserkatastrophen zwar den Behörden gemeldet, diese aber nicht ausreichend an die Bevölkerung weitergegeben wurden. Es sind die gleichen Politiker, die nun Hände von Opfern schütteln und – zumindest bei Bedarf und in der Nähe einer Kamera – eine Trauermiene anlegen, die trotzdem nichts ändern werden. Die Politik könnte beispielsweise eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ins Rollen bringen, immerhin hat dieser bei der Berichterstattung über die Hochwasserkatastrophen kläglich versagt.

Steinmeier kommt ungeschoren davon

Der Bundespräsident Frank Walter Steinmeier indes ist bislang glimpflich weggekommen. Aber auch er wird beschuldigt, gelacht zu haben. Wissen Politiker nicht, sich zu benehmen? Oder denken sie, ihre Macht sei unangreifbar? Es ist nicht das erste Mal, dass ein Politiker bei einer ernsten Situation beim Lachen erwischt wird, erinnert sei an die SPD-Bundestagsabgeordnete Eva Högl, die während einer Trauerbezeugung ebenfalls im Hintergrund scherzte und feixte. Ist das also der Respekt vor den Opfern? Der mündige Wähler möge die Frage selbst für sich beantworten!

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