Im Hintergrund von Großdemonstrationen stehen oftmals unterschiedliche Veranstalter, durch deren Zusammenwirken sich für den einzelnen Teilnehmer ein harmonisches Gesamtbild von Kundgebungen, Umzügen und anderen Aktionen wie Sternmärschen oder Gebetsrunden ergibt. Einer der engagiertesten und erfahrensten Organisatoren von Events gegen die Corona-Maßnahmen sowie für den Erhalt der Rechtsstaatlichkeit ist Mag. Alexander Ehrlich. Der in der Reisebranche international erfolgreiche Unternehmer und Honk for Hope-Gründer war auch bei den jüngsten Großveranstaltungen in Wien mit seinem Team und zahlreichen Unterstützern in tragender Rolle dabei.

Von Siri Sanning

Das Gemeinsame vor dem Trennenden

Ehrlich, der auf Telegram unter seinem Namen und auch mit Honk for Hope vertreten ist, betont, dass in der aktuellen Situation Ziele nur gemeinsam erreicht werden können. Toleranz gegenüber Andersdenkenden sei dabei ebenso wesentlich wie absolute Friedlichkeit bei den Protesten und die klare Abgrenzung gegen Gewalt, egal von welcher Seite sie kommen mag.

Im Sinne des Zitats „Sei du selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen willst“ – es wird dem indischen Rechtsanwalt und Pazifisten Mohandas Karamchand Ghandi („Mahatma Ghandi“, 1869-1948) zugeschrieben, welcher als Kopf der indischen Unabhängigkeitsbewegung im 20. Jahrhundert das Ende der britischen Kolonialherrschaft herbeiführte – geht Ehrlich mit gutem Beispiel voran. Stets höflich und respektvoll, aber auch mit klaren, deutlichen Worten richtet er sich in zahlreichen Videos und auf der Straße direkt an politische Entscheidungsträger. Dem Zuhörer wird dabei sehr rasch klar, dass Ehrlich nicht zu jenen gehört, die sich – wodurch auch immer – einschüchtern lassen.

Dem Vernehmen nach bezahlen Fahrgäste, die Honk for Hope Busse buchen, zwar ein wenig mehr für ihre Tickets als bei anderen Reisebusunternehmen. Dafür aber sind etwaige Anwaltskosten inkludiert für den Fall, dass unterwegs Rechtsbeistand benötigt wird. Möchte man Honk for Hope Busse von der Weiterfahrt abhalten, muss man sie in Ketten legen. Ansonsten werden sie ihr Ziel erreichen.

Großdemo am 16. Januar: ein wichtiger Erfolg

Unter dem Motto
„Friede – Freiheit – Solidarität; der Tag des Wandels – neun Bundesländer, ein Ruf: Rücktritt! Kurz muss weg!“
wurde zur Wiener Großkundgebung am 16. Januar aufgerufen. Mehrere zehntausend Menschen folgten dem Ruf „Zum Schutz der österreichischen Verfassung und der Menschenrechte“ und machten sie zu einem bunten Fest des Friedens mit Umzug um die Wiener Ringstraße und ausgelassener Stimmung bis in die Nacht. Besonders vorbildlich agierte auch die Wiener Polizei, die ihrer Aufgabe, die Demonstration zu schützen, in bester Weise nachkam.

Wer sich nicht nur aus den Medien über das Event informieren möchte, hat in der Telegram-Gruppe „Dokumentation 16.01. bis 18.01.2021 Wien Großkundgebung“ (zu finden unter https://t.me/joinchat/SEHPzhSlkTGKK6zA) die Option, sich zusätzliche Eindrücke zu verschaffen.

Nehammer, spinnst du? Rede an den AT-Innenminister

Wie sonst überall sind auch in der Corona-Krise Information und Aufklärung entscheidend.
Aus diesem Grund setzt man auf interdisziplinären Austausch, unter anderem mit den Anwälten für Grundrechte Österreich. So werden beispielsweise in einem Talk mit Dr. Brunner Erkenntnisse des österreichischen Verfassungsgerichtshofes erörtert.

Entsprechend erbost war Mag. Ehrlich, als sich der österreichische Innenminister Karl Nehammer dazu verstieg, Maßnahmenkritiker pauschal als Rechtsextreme und Coronaleugner zu verunglimpfen, welche auf perfide Weise das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit ausnützten und in weiterer Folge ankündigte, mit Deutschlands Hilfe gegen Demonstrationen vorzugehen.

In einem Kurzvideo richtet er als Reaktion auf die Verleumdung der Friedensbewegung deutliche Worte an den Innenminister und stellt dessen Behauptungen richtig.
Der wahre Rechtsextreme sei Nehammer selbst und überdies ein Grundrechts-und Verfassungsleugner und Lügner. „Kurz muss weg“ sei außerdem kein Aufruf zur Gewalt, sondern eine legitime Aufforderung zum Rücktritt. So man auch weiterhin derart unhaltbare Anschuldigungen lesen müsse, werde man künftig auf Demonstrationen auch „Nehammer muss weg!“ rufen. „Wenn dir das lieber ist, Karl.“

Zweite Großdemo trotz Verbot sehr zahlreich besucht

Bei der im Gegensatz zur ersten Versammlung komplett untersagten Wiener Folgeveranstaltung am 31. Januar – die Freiheitliche Partei Österreichs versuchte zu retten, indem sie eine politische Kundgebung anmeldete, um den diversen Organisatoren eine Plattform zu bieten, scheiterte jedoch ebenfalls traf man sich neben dem Kunsthistorischen Museum zum interreligiösen, interkonfessionellen Gottesdienst mit anschließender Wallfahrt.

Im Angedenken an den Heiligen Metranus beteten die Versammelten unter anderem für Frieden und Freiheit in Österreich und auf der ganzen Welt, für den Schutz der Menschenrechte, für Frieden zwischen den Nationen und vieles mehr. Sowohl römisch-katholische als auch freikirchliche Priester hatten ihre Teilnahme zugesagt. Ausdrücklich eingeladen worden waren auch jüdische, muslimische sowie buddhistische, hinduistische, konfuzianische sowie alle anderen Geistlichen.

Dann hilft nur noch das Gebet

„Wenn der Staat uns nicht mehr hilft. Wenn der Staat nicht mehr für die Menschen tätig ist. Wenn es keine Eilanträge gibt um die Gerichte um Hilfe zu bitten. Dann bleibt nur noch eines. Dass wir voller Zuversicht um Hilfe zu unserem Schöpfer beten,“ führt Ehrlich aus.

Umgeben von zahlreichen anderen Initiativen, die sich ebenfalls eingefunden hatten, um ihre Anliegen kund zu tun, verkündete Mag. Ehrlich über mehrere Stunden seine Botschaft. Durch den Honk for Hope Lautsprecherwagen gut vernehmbar konnte der Zuhörer einem interessanten Mix aus historischen, politischen, rechtlichen und religiösen Ausführungen lauschen, in denen Gebet und Gesang Schwerpunkte bildeten und bei dem auch andere Sprecher das Mikrofon erhielten. Anschließend wandelte man sich zu einer Wallfahrt um und zog als Prozession die Ringstraße entlang.

Alleine auf den Livestreams von Honk for Hope wurde das Geschehen von rund 90.000 Sehern mitverfolgt.

Gescheiterte Strategie des Innenministers

Abgesehen davon, dass sich die Menschen vom Verbot nicht von der Teilnahme an der Demo haben abhalten lassen, habe die nicht oder kaum vorhandene Organisation dazu geführt, dass umso mehr Leute von ihr erfahren haben, analysiert Ehrlich. Anstatt den Protest zu begrenzen, wie dies bei einem genehmigten Umzug mit einer definierten Route der Fall gewesen wäre, hatten sich die Versammlungsteilnehmer auf eigene Faust in mindestens drei großen Zügen zusammengefunden, die quer durch die Umgebung spaziert waren. „Die Menschen an den Fenstern haben uns zugewunken, Daumen hoch gezeigt,“ schildert der Unternehmer.

Das Vorhaben, die Veranstaltung möglichst klein zu halten, sei somit gescheitert.

Zudem sei eine Regierung rücktrittsreif, die

  • gegen ihr eigenes Volk handelt
  • den Verfassungsgerichtshof ignoriert
  • alte Menschen einsam sterben lässt
  • friedliche Menschen als Terroristen bezeichnet
  • Kindern das Recht auf Bildung nimmt
  • keine Probleme löst, aber tausend Probleme schafft
  • die österreichische Wirtschaft ruiniert, aber ausländische Großkonzerne füttert
  • mit Angst regiert und Panik verbreitet anstatt zu beruhigen und zu deeskalieren

Deswegen habe man gemeinsam gebetet: Herr, erhöre uns – Kurz muss weg!

Showdown bei der Börse

Die Anordnungen des Innenministers seien auf Eskalation ausgerichtet gewesen sowie darauf, Bilder von Schlägereien, Widerstand gegen die Staatsgewalt und Polizeigewalt gegen friedliche Bürger zu erzeugen. Man habe sich jedoch nicht provozieren lassen.

Eine kleine Gruppe von etwa 60 bis zum Ende ausharrenden Wallfahrern fand sich schließlich auf den Stufen der Wiener Börse ein, wo sie von rund 200 Polizisten umzingelt wurde. Man habe daraufhin das Vaterunser angestimmt und sich in die Hand des Herrn begeben – kniend habe man abgewartet, ob Innenminister Nehammer den letzten Schritt gehen und anordnen werde, die Betenden niederzuknüppeln.

Gewalt ist die letzte Zuflucht des Unfähigen*

„Ich weiß nicht, ob du das getan hast. Meine Vermutung ist: ja,“ adressiert Ehrlich den Innenminister. Dass es dann doch nicht bis zum Äußersten gekommen sei, verdanke man der österreichischen Polizei, die sich nicht politisch missbrauchen und instrumentalisieren lasse, sondern im entscheidenden Augenblick professionelle Polizeiarbeit leiste. So wie auch vor der Pandemie: im Interesse der Deeskalation, gewaltvermeidend, gewaltreduzierend und verhältnismäßig. „Der Burgring ist nicht der Platz des Himmlischen Friedens,“ konstatiert der Unternehmer.

Österreich ist frei und wird frei bleiben

Österreich ist Frieden, ein Land, das Brücken baut. Wien ist die Stadt der Diplomatie, der Toleranz und des Respekts. Die Stadt der Vielfalt und der Menschlichkeit. Der Kunst, der Musik und der Liebe, schwärmt Ehrlich. Das Goldene Wienerherz lasse sich nicht missbrauchen und die österreichische Polizei werde niemals im Stechschritt ihre eigenen Bürger niederrollen. „Bilder wie aus Holland oder aus Berlin sind in Wien nicht vorstellbar,“ ist er überzeugt.

Auch Organisator Merlin Eilers vom Verein Heimatpflege, Kultur und Friedensbewegung Salzburg betont die überwiegend positive Arbeit der Polizei vor Ort und appelliert an alle – Demonstranten und Einsatzkräfte – auch bei künftigen Protesten, die es definitiv geben werde, den Weg der Deeskalation nicht zu verlassen. Österreichs Polizei solle auch weiterhin von der Weltöffentlichkeit als Vorbild wahrgenommen werden.

Wir sind nicht aufzuhalten!

Man werde auch künftig jedes Mittel nützen, um aufzuklären und friedlich zu protestieren, kündigt Ehrlich an. Zudem suche man die gerichtliche Auseinandersetzung, indem man jeden einzelnen Untersagungsbescheid anfechten und durch den ganzen Instanzenzug bringen werde. Notfalls auch vor internationale Gerichtshöfe.

Seit Jahresbeginn verzeichne man in Österreich zunehmend Schwung und Dynamik, einen friedlichen, immer größer werdenden Widerstand gegen die Unterdrückung. Ein wärmendes Feuer der Zuversicht sei entfacht worden und werde sich weiter ausbreiten – jeder Einzelne sei nun angehalten, aktiv zu werden und dieses Feuer weiterzutragen.
„Kurz und Nehammer sitzen auf einem sehr wackeligen Sessel“, gibt der Busunternehmer zu bedenken. Auch in den Regierungsparteien, im Beamtenapparat, in den Ministerien, überall gäbe es inzwischen sehr viele, die nicht mehr mit dem eingeschlagenen Kurs einverstanden sind.

Grenzüberschreitende Großkundgebung am 6. Februar 2021

An diesem Tag wird die Flamme der Freiheit über die Grenzbrücke Freilassing – Salzburg von Österreich nach Deutschland getragen und weiter nach München gebracht werden.
Motto: „Für grenzenlose Selbstbestimmung – für ein Europa der Völker in Frieden und Freiheit“. Mit Karl Hilz, Alexandra Motschmann, Thorsten Schulte, Martin Rutter, Merlin Eilers, Manuel Müllner u.a. Auch Überraschungsgäste werden dabei sein.
Nähere Infos unter https://t.me/alexander_ehrlich

Einen Überblick über geplante Veranstaltungen findet man hier:
https://www.wochenblick.at/kalender/

„Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht,“ zitiert Ehrlich den Augsburger Dramatiker Bertolt Brecht.

Und weiter:
„Wir geben niemals auf. Gott schütze Deutschland. Gott schütze Österreich. Gott schütze die Welt.“

 

Anhang:

*) Isaac Asimov (1920-1992)
Russisch-amerikanischer Biochemiker, Sachbuchautor und Science Fiction Schriftsteller

Wer ist Honk for Hope?

Auf der Homepage liest man folgendes:

„#honkforhope („Hupen für Hoffnung“) ist als internationaler Verein zur Förderung der Interessen des Busreisegewerbes im Jahr 2020 aus der COVID-19 Krise entstanden. Während des Lockdowns zum Schutz vor dem Coronavirus hat sich erwiesen, dass das Busreisegewerbe dringend einen branchenspezifischen Zusammenschluss benötigt, um gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit und gemeinsames Lobbying über Branchen-und Staatsgrenzen hinweg zu betreiben.“

„Wir stehen geschlossen in der Friedensbewegung.
Bis zum 01.08. haben wir uns darum bemüht, das Überleben der Busbranche durch die Corona-Pandemie durch Petitionen und Demonstrationen für Staatshilfen zu erreichen. Durch die Ereignisse rund um die Großdemo von Querdenken 711 am 01.08. in Berlin haben wir begriffen, dass es keinen Sinn macht, den Brandstifter um Löschwasser zu bitten und stehen seither geschlossen in der Friedensbewegung. Im Rahmen einer Logistikkooperation befördern wir demokratische und maßnahmenkritische Demonstranten zu Aktionen sowohl von Querdenken in Deutschland und Österreich als auch zu anderen friedlichen Protesten gegen die Unverhältnismäßigkeit der Corona-Maßnahmen und rechtswidrige Eingriffe in die Grundrechte der Menschen.“