Medien feiern erleichtert die Frankreich-Wahl – der vorgeblich unabhängige Kandidat Emmanuel Macron hat die meisten Prozente bekommen. Marine Le Pen bedankt sich als Zweitplatzierte bei ihren Anhängern und kündigt zugleich eine grundsätzliche Wende an.

Doch die Medien feiern und die Börsen atmen auf. Doch weder Le Pen, die ebenfalls in die entscheidende Stichwahl kommt, noch befreundete Politiker wie HC Strache wollen den zweiten Platz als Niederlage bezeichnen.

Medien huldigen Macron

Der als „links-liberal“ oder „parteifrei“ bezeichnete Macron hat die Wahl mit rund zwei Prozent Vorsprung gewonnen. Gefeiert wird der ehemalige Banker und Ex-Wirtschaftsminister des Sozialisten François Hollande vor allem von den großen Medien, die „Europa aufatmen“ sehen. Der Kommentator Georg Hoffmann-Ostenhof freut sich im „Profil“: „Ein liberaler Globalisierer zieht aller Voraussicht nach in den Élysée-Palast ein.“

Die Franzosen würden mit Macron einen Aufbruch erleben: „Wie seinerzeit Barack Obama den Amerikanern, verspricht Macron den Franzosen ein ‚Yes We Can’.“

Le Pen will für „Sicherheit und Identität“ kämpfen

Am Wahlabend trat Le Pen vor ihre Anhänger und bedankte sich sehr für das Vertrauen und das „historische Ergebnis“. Es gehe in der kommenden Stichwahl um grundsätzliche Fragen:

Die große Herausforderung der Wahl ist die wilde Globalisierung, die eine Gefahr für unsere Zivilisation darstellt. Die Franzosen haben eine sehr einfache Wahl. Entweder gehen wir einen Weg zur totalen Deregulierung, ohne Grenzen und Schutz, der zur Delokalisierung führt, dem unlauteren internationalen Wettbewerb, zur Masseneinwanderung und freiem Verkehr von Terroristen. Zur Herrschaft des Geldes. Oder Sie können das Frankreich mit Grenzen wählen, das Arbeitsplätze, die Kaufkraft, unsere Sicherheit und nationale Identität schützt.

„Zeit, die Franzosen zu befreien“

Ihre Rede schloss sie mit den Worten: „Es ist Zeit, die Franzosen zu befreien.“ Die Rede von Le Pen mit deutschen Untertiteln:

Strache sieht „sozialdemokratisches Desaster“

FPÖ-Chef HC Strache gratulierte Le Pen umgehend via Facebook. Ein Politik-Wechsel sei auch in Frankreich „nur mehr eine Frage der Zeit“: „Immer mehr Bürger haben die für das aktuelle Desaster verantwortlichen Systempolitiker satt.“

Der „patriotische Frühling“ habe in Europa begonnen. Denn: „Europa befindet sich im Umbruch und die alten Systemparteien von Rot (Sozialisten) und Schwarz (sogenannte Konservative) wurden auch heute in Frankreich wieder einmal abgestraft.“

Etablierte „ruinieren Europa seit Jahren“

Die französischen Sozialdemokraten, immerhin die Partei des amtierenden Präsidenten, hätten ein „katastrophales Ergebnis“ eingefahren, betonte Strache: „Nach den Niederlanden das nächste sozialdemokratische Desaster. Die etablierten Altparteien und deren unglaubwürdige Vertreter, werden quer durch Europa auf Dauer in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Sie ruinieren Europa seit Jahren!“

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