Die Erleichterung ist dem Musiklehrer Klaus Loizenbauer sichtlich anzumerken. Nach mehr als 40 Jahren im Schuldienst, wovon er die längste Zeit an der Hauptschule in der Neustadt in Wels unterrichtete, ist er froh, jetzt in die Frühpension entkommen zu sein. Denn der Alltag der Lehrer sei härter geworden, und zwar in vielerlei Hinsicht.

Von Kurt Guggenbichler

Zu den Hauptproblemen, die immer mehr Lehrkräften ihren Beruf verleiden, gehören die aggressiver gewordenen Schüler. Als Loizenbauer 1980 zu unterrichten begann, hätte es solche in dieser Menge wie heute noch nicht gegeben.

Es gäbe jetzt mehr verhaltensauffällige Kinder, die auch kaum noch leistungswillig seien, ist der Lehrer überzeugt. Über die Ursachen dieser Entwicklung, die ein schleichender Prozess gewesen sind, kann er nur spekulieren.

Doch auch das Niveau der Schüler sei in den letzten Jahren gesunken, und die Sparmaßnahmen im Bildungsbereich hätten seiner Ansicht nach viel dazu beigetragen. Viele Schüler kämen heute aus armen, prekären Familien, aber das allein erklärte nicht das radikalisierte Verhalten der Kinder.

Talent geerbt

Auch Klaus Loizenbauer, aufgewachsen im Welser Stadtteil Pernau, sei zu Hause nicht auf Rosen gebettet gewesen und hätte schnell studieren müssen, um bald auf eigenen Füßen stehen zu können. Doch sein Elternhaus sei intakt gewesen, was er für immens wichtig hält, damit sich die Kinder zu normalen sozialen Wesen entwickeln.

Die musische Begabung hat Loizenbauer vermutlich von seiner Mutter vererbt bekommen, die nicht nur Ziehharmonika spielte, sondern auch gut singen konnte. Deshalb hat auch Klaus schon mit acht Jahren begonnen, das Akkordeonspielen zu erlernen. Da er stimmlich mit derselben Begabung wie seine Mutter gesegnet war, wurde ihm von seinen Musiklehrern geraten, zu den Wiener oder Florianer Sängerknaben zu gehen.

Seine Familie konnte sich das aber leider nicht leisten. Stattdessen besuchte Klaus das musisch-pädagogische Gymnasium in Grieskirchen, wo er Gitarre und klassisches Klavier zu spielen begann.

Danach ergriff er den Lehrerberuf und trat seine erste Stelle an jener Schule an, „wo ich jetzt aufgehört habe“, wie er schmunzelnd erklärt. Lachen muss er auch deshalb, weil die Hauptschulen vor 15 Jahren in Neue Mittelschulen (NMS) umbenannt wurden, jetzt aber ihr N aus der Kurzbezeichnung eingebüßt hätten, „womit diese Schule die gleiche Abkürzung wie eine Krankheit hat.“ Zerstreuung vom harten Lehreralltag fand er in seiner Freizeit bei den Auftritten des „Vor­alpen-Duos“, das aus ihm und Günther Stadlhuber bestand.

Von 1990 bis 2016 sind beide in ihrer Freizeit musizierend durch die Welt gezogen. „In diesen 26 Jahren haben wir auch drei CD eingespielt“, sagt Loizenbauer nicht ohne Stolz. Er freut sich daher auch, nun wieder mehr Zeit für die Pflege seiner Hobbys zu haben, zu denen neben der Musik auch der Sport und das Reisen mit dem eigenen Wohnmobil gehören.

Neuausrichtung

Als Musiker ist Loizenbauer gerade dabei, sich ein moderneres Repertoire zu erarbeiten. Denn künftig möchte er sich als Alleinunterhalter mit mehr Popmusik-Songs und Liedern mit Jazz- und Blues-­Klängen hören lassen.