Gerede um Trunkenheitsfahrt der Welser SPÖ-Fraktionschefin nimmt kein Ende

Allmählich gerät auch die Partei immer stärker in Bedrängnis

Gerede um Trunkenheitsfahrt der Welser SPÖ-Fraktionschefin nimmt kein Ende

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Die Empörung über die offenbar ohne politische Konsequenzen bleibende Trunkenheitsfahrt der Welser SPÖ-Fraktionsvorsitzenden Laurien Janina Scheinecker (34) war auch in der Vorwoche Gesprächsthema an den Wirtshaustischen und scheint nun im Internet und in der Partei weiterzugehen.

Von Kurt Guggenbichler

Ausgelöst hatte Scheinecker das offenbar nicht mehr enden wollende Gerede mit ihrem larmoyanten Erklärungs- und Entschuldigungs-Posting ihrer eingestandenen Verfehlung.
Bei einer Verkehrskontrolle hatte die Polizei die „Ikone der jungen Welser Linken“ bekanntlich gestoppt und aus dem Verkehr gezogen, weil Scheinecker 1,2 Promille Alkohol im Blut hatte. Dass dieser festgestellte Promillegehalt das Resultat von zwei Glas Bier und einem Glas Wein gewesen sein soll, wie von Scheinecker behauptet, wird von Fritz Huber in einem Posting bezweifelt. Die rote Fraktionsvorsitzende erklärt die schnelle Berauschung mit ihrer fraulichen Zierlichkeit. Aber nicht mit der von ihr angegebenen Menge, halten Stammtischler dagegen, die so oder so ihren Rücktritt fordern.

Vorbildwirkung der Politiker

Diesen verlangt auch Hannelore Müller. „Jede Politikerin mit Charakter und Verantwortungsbewusstsein hätte sofort die Konsequenzen gezogen“, schreibt sie in einem Posting, in dem sie auch festhält: Wenn eine Fraktionsvorsitzende volltrunken am Steuer sitze und Menschenleben gefährde und es daraufhin keine innerparteilichen Konsequenzen gebe, sei dies sehr verwerflich. Scheineckers Genosse, der ehemalige SPÖ- Spitzenpolitiker Josef Ackerl, sieht die ganze Sache eher pragmatisch: „Ich verurteile dich sicher nicht“, tröstet er und hofft für Scheinecker, auf „eine solidarische Unterstützung durch jemanden, der dich fahren kann.“ Denn ohne Auto werde es wohl „schwer gehen“. Zum Schluss wünscht Ackerl noch: „Bleibe wie du bist.“

Doppelmoral der roten Moralapostel

Manchen Leuten wird dieser Wunsch wie eine gefährliche Drohung vorkommen. Der FPÖ-Gemeinderat Ronny Schiefermayr stößt sich in einem Posting vor allem an der „Doppelmoral“ der SPÖ-Fraktionsvorsitzenden, die jeden Fehltritt eines politischen Gegners brandmarke und nun selbst öffentlich um Nachsicht flehe. Zu ihrer Verteidigung führt die Gescholtene an: „Ich bin weder moralisch überlegen, noch zeige ich gern mit dem Finger auf andere…“ …was allerdings nicht stimmt. Denn als freiheitliche Jugendliche anlässlich der Geburt des jüngsten Kindes von Bürgermeister Andreas Rabl ein Glückwunschtransparent mit Luftballons an seinem Rathausfenster befestigten, mussten sich diese von Scheinecker in einem Posting belehren lassen, dass das Rathaus nicht das Haus des Bürgermeisters und sein kleiner Peter dort auch ganz bestimmt nicht zu Hause sei.

Mantel des Schweigens oder Rücktritt?

„Wichtig ist, nicht nur die anderen immer an den Pranger zu stellen“, schreibt ihr Franz Prummer ins Stammbuch und rät ihr, mit politischen Mitbewerbern mehr Nachsicht zu zeigen und sich manchmal zu fragen, ob diese vielleicht nicht doch auch recht haben könnten. „Vielleicht hast du jetzt auch Verständnis für… Regierungsmitglieder, die… nicht zurücktreten wollen…“ In der Welser SPÖ, so hört man, würde die Clique um Johann Reindl-Schweighofer gern den Mantel des Schweigens über den unangenehmen Vorfall ihre „linken Genossin“ breiten, während der Kreis um Klaus Schinninger eher den Rücktritt Scheineckers favorisieren soll.

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