Rentner fühlen sich von Regierung verhöhnt: „Wir sind wieder die Angeschmierten“

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Chaos um Klimabonus

Rentner fühlen sich von Regierung verhöhnt: „Wir sind wieder die Angeschmierten“

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Genarrt von dieser Regierung fühlen sich alle Mindestrentner in diesem Land. Da diese am meisten unter den hohen Preisen für Energie und Lebensmittel stöhnen, freuten sie sich schon sehr auf den 500-Euro-Klimabonus. Doch statt des halben Tausenders werden alle Rentner mit einem Monatsbezug unter 1200 Euro nur mit einer Summe bedient, die höchstens 40 Prozent der vollmundig avisierten Unterstützung beträgt.

Denn der jeweils zur Auszahlung gelangende Betrag richtet sich nach der Höhe der jeweiligen Mindestrente, was bei der Verkündigung der Segnungen der Regierung natürlich nicht lauthals hinausposaunt wurde.
Wir sind wieder einmal die Angeschmierten“, ärgert sich einer der Betroffenen, der Mindestrentner Otto H. (Name auf Wunsch abgekürzt) aus dem Linzer Raum und sein Ärger mutiert zum Zorn, wenn er hört, dass auch Strafgefangene und Asylanten diesen Bonus bekommen. „Die Gefangenen müssen sich um die Beheizung ihrer Unterkünfte nicht kümmern, ich aber schon“, sagt der Mann, „und ich muss auch dafür zahlen – viel zahlen.
Doch selbst wenn er sich das Geld für die Beheizung seiner Wohnung noch locker leisten könnte, stellt sich für ihn die Frage, ob diese in diesem Winter auch wirklich warm werden wird. „Niemand weiß, wie gut unsere Gasspeicher gefüllt sind“, sinniert er, „die einen sagen so, die anderen so…

Wie nach dem Krieg

Daher befürchtet nicht nur er, sondern auch noch viele andere Menschen das Schlimmste für ihre persönliche Situation, zumal auch schon die EU mit einem völligen Stopp russischer Energielieferungen rechnet. Es sei gut möglich, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen, dass Russland schon bald weder Gas, noch Kohle, noch Öl in den Westen liefere, was den Mindestrentner zusätzlich ärgert, weil er darin ein von der EU selbstverursachtes Problem sieht.


Vermutlich werden wir alle frieren müssen, glaubt die 87-jährige Frieda L. (Name auf Wunsch geändert), eine Wienerin, die heute im Salzkammergut lebt: “Ich habe als junges Mädchen schon die kalten Winter der Nachkriegszeit erlebt und weiß, was Frieren heißt: „Wir haben uns damals voll angezogen schlafen gelegt, weil wir nichts zum Heizen hatten. Das war schlimm!“ Noch hofft die betagte Dame aber, dass es heuer nicht zum Äußersten kommt, sorgte vorsichtshalber jedoch vor: „Ich habe mir alle dicken Kleidungssachen und Decken reinigen lassen, um für den Kältefall gerüstet zu sein.

Tatsächlich ist die Gefahr, dass die Stromversorgung ausfallen könnte, groß, weil auch der Energieexperte Stephan Fickl von der Österreichischen Energieagentur der Ansicht ist, dass wir einer Stromknappheit entgegensteuern. Denn bei uns schwächele die Wasserkraft und in Frankreich seien viele Atomkraftwerke vom Netz genommen worden. Daher verstärkt sich bei Frieda L. zu Recht das Gefühl, dass sie ihre warme Kleidung und ihre Decken doch bald brauchen könnte. Auch sie gehört zu denjenigen, denen der Strompreis schon längst über den Kopf beziehungsweise über ihr Haushaltsbudget gewachsen ist, wie bei so vielen Leuten in diesen Tagen. Im Sommer vorigen Jahres zahlten die meisten Menschen noch 50 Prozent weniger für ihren Strom. In Gmunden soll Sascha T., der monatlich 66 Euro für seinen Strom überwies, plötzlich 694 Euro berappen, wie ihm sein Stromversorger mitteilte.

“Brauche jeden Netsch”

Mit seiner 2016 errichteten Fotovoltaikanlage erzeuge er jährlich doppelt so viel Strom, als er in den Wintermonaten verbrauche, schreibt uns Wochenblick-Leser Michael Haberler. Trotzdem muss er jetzt noch 270 Euro bezahlen. Aber verglichen mit den Beträgen, die den meisten Österreichern heute abverlangt werden, sei seine Rechnung vernachlässigbar, stellt Haberler fest.
Nicht “vernachlässigbar” ist für alle Mindestrentner ihr geschrumpfter Energiebonus, „weil ich jeden Netsch (kl. Münze – Anm. d. Red.) zum Leben brauche“, wie Otto aus Linz betont. Nicht nur er fühlt sich von dieser Regierung ziemlich verhöhnt, zumal Vizekanzler Werner Kogler zu diesem neuerlichen Regierungspfusch nur lapidar erklärt: „Schnelle Hilfe kann nicht immer treffsicher sein.

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