Sie nennen uns „Hausmuslim“ oder „Hausmigrant“, in derselben Manier, wie man im Dritten Reich abfällig den Begriff „Hausjuden“ verwendet hat. Es gefällt der linken Gutmensch-Clique nicht, dass sich Migranten kritisch mit den Themen Migration und Islam auseinandersetzen. Für sie sind wir „Dissidenten“ des Gutmenschentums, Abtrünnige, die mit allen Mitteln mundtot gemacht werden müssen.

Eine Kolumne von Laila Mirzo

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Von Verdächtigungen und Anschuldigungen

Kennen Sie den Roman „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“? Heinrich Böll schreibt in seinem 1974 erschienen Buch die Geschichte einer bislang unbescholtenen Frau namens Katharina Blum. Durch ihre Freundschaft zu einem Mann gerät sie unvermittelt ins Zentrum polizeilicher Ermittlungen. Daraufhin bricht eine vernichtende Presse-Kampagne gegen sie los. Ihre Glaubwürdigkeit wird in Frage gestellt, von den Medien wird sie als eiskalte „Terroristenbraut“ dargestellt. Daraufhin erhält Katharina eine Lawine aus hasserfüllten und obszönen Briefen und Anrufen. Aus Wut und Verzweiflung tötet sie letztendlich den federführenden Journalisten. Nun ist dies nur ein Roman, aber er beschreibt in einer unheimlichen Realitätsnähe die derzeitigen Verhältnisse unserer Gesellschaft. Der tägliche „Shitstorm“ ist ein sehr hässliches Phänomen der digitalen Epoche. Solch ein „Sturm“ kann aber Menschen, beruflich wie sozial, vernichten. Denn selten kommt man selbst zu Wort. Es schwappt eine Flut aus Anschuldigungen und Verdächtigungen über einem, ohne dass jemand nachfragt, was daran der Wahrheit entspricht und was frei und bösartig erfunden ist. Ein bisschen Dreck bleibt immer hängen… So ergeht es auch mir immer wieder.

Liebkind der linken Multikulti-Gesellschaft

Seitdem ich es gewagt habe, die europäische Migrationspolitik der offenen Grenzen zu kritisieren und über die Gefahren des orthodoxen Islam aufzuklären, gehört die Diffamierung meiner Person zu meinem Alltag. Die Ironie dabei ist, dass mein zweiter Name Katharina ist und meine Eltern mich tatsächlich nach der Romanfigur „Katharina Blum“ benannt haben. Nun muss man sich aber nicht sorgen, dass ich einen Journalisten töten werde. Meine Waffe ist und bleibt das Wort! Bevor ich aus der Reihe getanzt bin, habe ich zum linken Mainstream gehört. Alles, was nicht links war, war rechts und rechts war das absolute Böse! Als Tochter eines syrisch-kurdischen Vaters und in Syrien geboren, war ich für die Linke das Ideal einer bunten Multikulti-Gesellschaft. Dann auch noch Muslimin, Frau und alleinerziehend… besser ginge es kaum noch. Für die SPÖ war ich der ideale „Quotenausländer“. Im Bezirk Schärding gehörte ich sogar als „Bildungsreferentin“ zum Bezirksfrauenvorstand. Was war also geschehen, dass ich in Ungnade gefallen bin? Nun, ich habe es gewagt, die linken Glaubenssätze zu hinterfragen.

Aufrecht bleiben!

Ich habe mich aus der ewigen Opferrolle des „Frau seins“ gelöst, habe dem Islam den Rücken gekehrt und habe angefangen, selbstständig und kritisch zu denken. Und dann war ich auch noch so frech und habe meine Meinung öffentlich geäußert. Und das alles auch noch bei den „bösen Rechten“. Von diesem Tag an brechen immer wieder mediale Lynch-Kampagnen gegen mich aus. Denn als Frau, Ex-Muslimin, halber Kurdin und Islamkritikerin bin ich für nationalistische Türken und islamfreundliche Linke eine willkommene Projektionsfläche für ihren Hass. Denunzierungen bei meinen Auftragsgebern, Anzeigen und Drohungen gehören nun zu meinem Leben. Aber wissen Sie, wir Islamkritiker leben unseren Tod, denn wir wurden „getagged“. Bis dahin heißt es: Aufrecht bleiben!