Kunden des amerikanischen E-Roller Vermieters Lime waren es gewohnt, einschlägige politische Botschaften via App zugestellt zu bekommen. Das Geschäft mit den E-Rollern ist international ein Verlustgeschäft. Damit reiht man sich nahtlos in viele Wirtschaftsexperimente ein, die Elektromobilität zum Ziel haben, ohne großzügige Steuergeschenke aber nicht überleben können.  Am 9. Jänner gab Lime den Rückzug aus 12 Städten bekannt, darunter auch Linz. Der Markt wäre übersättigt.

E-Roller sorgen immer wieder für Staunen. Im März 2019 staunten die Linzer, dass ihre Stadt quasi über Nacht mit E-Rollern überflutet wurde, die kreuz und quer auf allen möglichen und unmöglichen Flächen herumstanden oder -lagen. Man staunte, was in einem Land alles geht, wo es sonst für jede Kleinigkeit eine Regel und Vorschrift gibt. Dann staunte man über Studien, welche belegten, dass die durchschnittliche Nutzungsdauer eines E-Scooters bei rund 28 Tagen liegt – danach wären sie schrottreif. Wirtschaftsanalytiker prophezeiten Verlustgeschäfte und eine Marktbereinigung.

Prekäre Arbeitsverhältnisse

Danach staunte man, wie es im arbeitsrechtlich nicht weniger überregulierten Österreich möglich ist, dass man das E-Scooter-Geschäft mit „selbständigen Helfern“ aufrecht erhält, die mit irgendwelchen uralten Bussen des Nächtens defekte Geräte aufsammeln oder sich um die Aufladung der Batterien kümmern müssen. Dies soll zu besonders prekären Arbeitsbedingungen geschehen sein, wie kolportiert wurde. Speziell der Anbieter Lime wurde in der verlinkten Recherche von RTL schwer kritisiert, da er durchgehend auf die Dienste von Privatpersonen setzte und für das Aufladen eines Scooters 4 Euro bezahlte – Strom und Transportkosten inklusive.

Besonders gut lief das Geschäft von Lime laut Medienberichten nie. So wurde nicht diskutiert, mit dem Geschäftsmodell ins Plus zu kommen, sondern nur, die immensen Verluste zu halbieren.

Linke politische Botschaften

Kein Wunder, dass man sich mit dem vorgeblichen Öko-Gedanken vor allem an die linke Politik anbiedern wollte. Und so staunten die Kunden von Lime in Österreich nicht schlecht, immer wieder einschlägige politische Botschaften via App geliefert zu bekommen (siehe Screenshot). Nun sperrt Lime international in 12 Städten zu und baut 100 Mitarbeiter ab. Wenn E-Scooter wirklich nur ein Monat lang halten, stellt sich die Frage, wo die Kritik der Öko-Parteien an diesem wohl weniger umweltfreundlichen und noch weniger nachhaltigen Geschäftsmodell bleibt.