Symbolbild

Halbnackt, ohne Abstand und teilweise ohne FFP2-Maske zog am Frauentag eine feministische Demonstration durch Wien. Regierung und Polizei schauten weg. Von Einkesselungen oder Corona-Strafen keine Spur.

Wenn Linke für ihre Anliegen demonstrierend durch Wiens Straßen ziehen, scheint die Welt wieder wie früher zu sein. Abstände in den Ausmaßen ausgewachsener Babyelefanten oder FFP2-Masken scheinen nicht notwendig zu sein – obwohl sie doch in einer der unzähligen Corona-Schutz-Verordnungen der Regierung als verpflichtend festgeschrieben sind. Stattdessen scheint das gefährliche Virus Pause zu machen, wenn Feministinnen-Demos im Zuge des „Internationalen Frauentags“ am 8. März durch Wien marschieren – das Datum wurde übrigens 1921 von der Zweiten Internationalen Konferenz kommunistischer Frauen in Moskau festgelegt.

Keine Polizeieskalation im Aufrag des Innenministers

Aber auch die Polizei scheint, wie das Virus, Pause zu machen. Im Gegensatz zum vorherigen Wochenende, als normaler Bürger, die für ihre Grund- und Freiheitsrechte demonstrierten, wegen Verstößen gegen die Covid-Verordnungen beamtshandelt, eingekesselt und abgestraft wurden, ließ der Innenminister in diesem Falle gnädig gewähren. Schließlich handelte es sich ja auch nicht um eine vordergründig regierungskritische Kundgebung, wo es gilt die Bürger möglichst zu drangsalieren, um für die Zukunft Demonstrationswillige abzuschrecken und einzuschüchtern.

 

Kann das Virus zwischen guter und böser Demo unterscheiden?

Allerdings ist es nicht das erste Mal, dass zwischen guten und bösen Veranstaltungen unterschieden wurde. Als im Sommer 2020 in Wien eine große „Black Lives Matter“-Demonstration ohne Babyelefanten stattfand, drückte man im Innenministerium und bei der Exekutive auch beide Augen zu. Oder verheimlicht die Regierung den Bürgern gar eine neue Virus-Mutation? Vielleicht gibt es ja neben der englischen oder südafrikanischen bereits auch eine moralische Mutation des Virus, welches zwischen politisch opportune Demonstrationen und solchen, die es nicht sind, zu unterscheiden weiß. Aber vielleicht wollte der Innenminister die Gesundheit seiner Polizeibeamten nicht schon wieder im Kampf gegen Lebensgefährder und potentielle Virenschleudern aufs Spiel setzen.