Während es SPÖ und Grüne nicht schaffen, sich klar von der Gewalt linker Gegendemonstranten zu distanzieren, findet ein Verein aus dem „Bündnis Linz gegen Rechts“ klare Worte.

Es handelt sich dabei um den Zuwandererverein „migrare“, dessen Geschätsführer sich in einer Stellungnahme gegenüber „Wochenblick“ klar gewaltfrei positionierte.

Linksextremer Überfall

Ende April löste der gewalttätige Überfall von Linksextremen auf eine genehmigte Kundgebung der rechten „Identitären Bewegung“ (IB) am Linzer Taubenmarkt einen Polizeigroßeinsatz aus („Wochenblick“ berichtete ausführlich).

Die Polizei selbst sprach von „gewaltbereiten Chaoten“, die die Demonstration gestört hätten. Auf einem Video war ein gewaltbereiter Linksextremist zu gehen, der mit Kette und Flasche bewaffnet auf einen „Identitären“ losging.

Kritik an „Linz gegen Rechts“

Das „Bündnis Linz gegen Rechts“ kritisierte im Nachhinein lediglich die Polizei, sprach von unwahren Behaupten seitens der Exekutive und ließ keine Anzeichen der Distanzierung von Gewalt erkennen.

Auch hielten sich Mainstream-Medien wieder ordentlich zurück, wenn es um die Benennung der Gewalttäter geht, und aus welchem Lager sie stammen. Es war teilweise nur von „Personen“ die Rede.

LH-Stellvertreter entsetzt

Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner (FPÖ) zeigte sich über die Gewalt-Exzesse bei der Kundgebung erschrocken, erwartete sich klare Distanzierungen seitens  des Bündnisses „Linz gegen Rechts“:

„Ich erwarte mir daher vor allem vom Vorsitzenden des Mauthausen-Komitees, Willi Mernyi, aber auch von der Parteispitze der Grünen, von Landesparteiobfrau Maria Buchmayr und von der Landesparteivorsitzenden der SPÖ, Birgit Gerstorfer ein klares Bekenntnis zur Gewaltfreiheit und zur Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit“, stellte Haimbuchner klar.

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SPÖ und MKÖ distanzieren sich nicht

Die SPÖ OÖ Chefin und Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer (die SPÖ OÖ ist Mitglied des „Bündnis Linz gegen Rechts“), derzeit mit einem Millionenskandal wegen verzockten Geldern in ihrem Ressort beschäftigt, machte von der Möglichkeit einer Stellungnahme gegenüber „Wochenblick“ nicht Gebrauch, sah es offenbar als nicht notwendig an, sich von dem Gewalttäter zu distanzieren.

Auch Willi Mernyi, Vorsitzender vom „Mauthausen Komitee Österreich“ und damit Teil des Bündnisses, war nicht zu einer Stellungnahme bereit. Die oberösterreichischen Grünen gaben über ihren Pressesprecher Max Gusenbauer gar an, „prinzipiell von einer Stellungnahme abzusehen“.

Eindeutige Stellungnahme von Migrantenverein

Anders der Verein „migrare“, dessen Geschäftsführer Mümtaz Karakurt dem „Wochenblick“ gegenüber ausführlich antwortete und festhielt, dass die Kundgebung von „migrare“ nicht mitorganisiert wurde.

Die Organisation würde im Bündnis „Linz gegen Rechts“ natürlich das gemeinsame Ziel teilen, alle „Spielarten von Rechtsextremismus, (Neo-)Faschismus, Rassismus, Antiziganismus und Antisemitismus konsequent entgegenzutreten“, wie es seitens Karakurt heißt.

Allerdings distanziert sich der „migrare“-Chef klar von Gewalt und macht klar: „Gewalt und aggressives Auftreten kann nie legitimes Mittel sein! migrare lehnt jegliche Art der Gewalt ab und tritt für friedliches Demonstrations- und Versammlungsrecht im Sinne der Europäische Menschenrechtskonvention Artikel 11 ein.“