Für Kopfschütteln sorgte am Donnerstag die Abgeordnete der Linken Marlen Block: Im Rechtsausschuss des Landtages Brandenburg forderte sie die Abschaffung von Gefängnissen. 

Eigentlich sollte es im Ausschuss um die Situation in Gefängnissen zu Zeiten der Corona-Pandemie gehen. Block zeigte sich besorgt über das Wohl der Häftlinge: „Wenn wir uns als Staat erlauben, Menschen einzusperren, müssen wir als Abgeordnete unsere Kontrollfunktion besonders sorgfältig ausüben.“ Dabei wurden schon zu Beginn der Pandemie Quarantäne- und Isolierstationen in den Haftanstalten eingerichtet – und sogar Freiheitsstrafen ausgesetzt.

Gefängnisse abschaffen: Resozialisierung von Straftätern

Die ehemalige Strafverteidigerin Marlen Block ging jedoch noch weiter: Sie setzte sich für nicht weniger als die vollständige Abschaffung von Gefängnissen ein. Ziel des Vollzugs sei nicht etwa der Schutz der Bevölkerung durch die Sicherstellung, dass Häftlinge keine weiteren Straftaten begehen. Nein, im Fokus stände allein die Resozialisierung der Straftäter.

„Die Erkenntnis, dass der Strafvollzug schädlich ist, ist seit 100 Jahren bekannt“, sagte sie diesbezüglich. Es würde den Opfern von Straftaten nichts bringen, wenn die Täter eingesperrt würden. 

Elfenbeinturmüberlegungen

Im Ausschuss erntete sie dafür harsche Kritik: „Wir sind hier im Rechtsausschuss und nicht in einem Kolloquium von Elfenbeinturmüberlegungen, wie man die Welt in eine Gummibärchengasse verwandeln kann“, konterte Peter Vida, der Abgeordnete der Freien Wähler.