Der „Briefwahlsieg“ des linken demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden zeichnet sich immer deutlicher ab. Er hat jetzt Trump auch in den wichtigen Staaten Pennsylvania und Georgia überholt – die erforderlichen 270 Wahlmänner-Stimmen sind ihm damit sicher.

Von Kornelia Kirchweger

Trump spricht von Korruption, von gegen die Verfassung verstoßenden Briefwahl-Regeln und von einem „Wahl-Diebstahl“ der Linken.

Entscheiden Richter über Wahlsieg?

Trump warnt seit Monaten vor einem Wahlchaos wegen der Briefwahl. Er hält sie für korruptionsanfällig und die Regeln seien nicht legal. Wahlgesetze sind aber Sache der Bundesstaaten. Vor allem Links-Wähler nutzen gerne die Briefwahl, nicht nur in den USA. „Zählt man die legal abgegebenen Stimmen gewinne ich leicht“, sagte Trump in Anspielung an die Flut von Wahlkarten, die oft „unerwartet“ auftauchten und Biden stärkten. Man werde es der Korruption nicht gestatten, eine derart wichtige Wahl „zu stehlen“. Ihm kommen immer wieder „Horror-Geschichten“ zu Ohren, sagte Trump. Es sei nicht die Frage wer gewinne, Republikaner oder Demokraten, aber „wir können nicht zulassen, dass so etwas den Vereinigten Staaten von Amerika passiert“. Es dürfen nur die „legalen“ Stimmen gezählt werden. Hoffentlich werde alles bald geklärt, er glaube aber, dass letztlich die Richter entscheiden werden.

Wahl-Krimi ohne Ende

Laut informierten Kreisen ist Trump zur Zeit „skeptisch“. Ein Teil seines Beraterstabes rät ihm, den voraussichtlichen Sieg Bidens anzuerkennen. Andere drängen darauf, er solle sicherstellen, dass die Stimmenabgabe korrekt und legal war. Bereits jetzt ist das Trump-Team in einigen Bundesstaaten vor Gericht gegangen. Die Vorwürfe: Behinderung der Wahlbeobachter und das Einrechnen illegaler Wahlkarten-Stimmen. So sollen etwa in Nevada tausende Personen ohne dortigen Wohnsitz gewählt haben, darunter auch „Verstorbene“. In Georgia rechnet man mit dem Auffinden vieler nicht „rechtmäßiger“ Wahlkarten. In Pennsylvania seien Wahlbeobachter in ihrer Tätigkeit massiv eingeschränkt worden. Das Gericht dort hat den Einspruch Trumps schon angenommen, die Demokraten haben dagegen wiederum Einspruch erhoben.

Korrupte Demokraten-Maschinerie

Es könne nicht sein, dass die (linken) Städte Detroit und Philadelphia (Pennsylvania) das Ergebnis dieser wichtigen Wahl „konstruieren“, erklärte Trump. Für ihn ist Philadelphia ohnehin eine „korrupte Demokraten-Maschinerie“. Was Trump sicher fordern wird, ist eine Neuauszählung in Wisconsin und Pennsylvania, heißt es. Zudem auch für Georgia und Arizona,  sollte er Biden dort nicht überholen. Darauf kann er ganz offiziell bestehen, sobald alle Stimmen ausgezählt sind und sein Rückstand weniger als einen Prozentpunkt beträgt. Das wird jedoch dauern. Der Wahl-Krimi wird sich noch in die Länge ziehen. Trumps Wahlkampagnen-Chef Matt Morgan erklärte heute: „Diese Wahl ist noch nicht vorbei“.