Hat man denn nirgends seine Ruhe? Immer häufiger beschweren sich Trauernde und Friedhofsgänger in Linz über aggressive osteuropäische Bettler, die an den Orten der Toten ihr Unwesen treiben würden. Besonders bei Begräbnissen werde aggressiv gebettelt – Betroffene fühlen sich massiv belästigt!

„In den vergangenen Wochen und Monaten häufen sich Beschwerden von Friedhofsbesuchern und Trauergästen, die sich von Bettlern auf Linzer Friedhöfen massiv gestört fühlen“, erklärt jetzt die Gemeinderätin Susanne Walcher (FPÖ) verärgert.

Bettelverbot um Friedhöfe gefordert

Walcher fordert: „Hier sind nun die Linz Service GmbH und die Diözese Linz gefragt, das Verbot von Betteln in ihre Friedhofsordnungen aufzunehmen bzw. stärker zu exekutieren!“ Zudem wolle die FPÖ vor den Friedhöfen ein sektorales Bettelverbot, ähnlich dem bereits bestehenden Verbot auf der Landstraße, durchsetzen. Denn außerhalb der Friedhofsmauern sind den Friedhofs-Mitarbeitern im Kampf gegen die aggressiven Bettler oftmals die Hände gebunden.

Auf diese Weise könne verhindert werden, dass sich das Bettelproblem nicht auf das Gelände außerhalb der Friedhofsmauern verlagert. „Unsere Friedhöfe sollen wieder ein Ort der Ruhe und des stillen Gedenkens werden, wo Trauernde ungestört die Gräber ihrer Verstorbenen aufsuchen und pflegen können, ohne alle paar Meter um eine milde Gabe angebettelt zu werden!“, unterstreicht Walcher.

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Schock-Fund in Sesselfabrik

Doch nicht nur an Friedhöfen gibt es in Linz aktuell mächtig Ärger mit Bettelbanden: Im leerstehenden Gebäude der ehemaligen Sesselfabrik in Linz (Wiener Straße 317) stießen zehn Polizeibeamte sowie Mitarbeiter des Erhebungs- und des Ordnungsdienstes auf eine wahre „Chaos-WG“ einer Bettelbande! 32 Personen bewohnten dort illegal das Gebäude, darunter acht Kinder. Die hygienischen Bedingungen waren indes katastrophal. Bei der brennenden Hitze der vergangenen Tage stapelten sich offenbar zugleich Müllberge in der Sesselfabrik.

Die Polizei nahm zudem laut einer Magistrats-Mitteilung eine Person zur Ableistung einer Ersatzfreiheitsstrafe in Gewahrsam. Nach einer Aufforderung durch die Behörden packten die Bettler zusammen und verließen ihre „Chaos-WG“. Die Eingänge mussten mit Holzbrettern verschlossen werden. Der Hauseigentümer wurde per E-Mail dazu aufgefordert, die Müllablagerungen zu entfernen sowie eine dauerhafte Verschließung des Objektes zu gewährleisten.

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Wimmer: Bettelbanden werden nicht geduldet

„Nur durch das konsequente Vorgehen von Polizei, Erhebungs- und Ordnungsdienst können wir den Bettlerbanden klar machen, dass wir sie hier in Linz nicht dulden. Wir ersuchen die Bevölkerung aber auch um Unterstützung, indem sie die Bettlermafia nicht unterstützen“, betont jetzt der Linzer Sicherheitsreferent und Vizebürgermeister Detlef Wimmer (FPÖ).

Bettelbanden „gut vernetzt“

Er unterstreicht: „Menschen, die sich in einer unverschuldeten Notlage befinden, wird die Stadt Linz weiterhin unterstützen. Die gut vernetzten Bettlerbanden hingegen müssen erkennen, dass ihr Geschäftszweig in Linz unrentabel ist.“