Als völlig unverständlich bezeichnet FPÖ-Stadtrat Michael Raml die aktuelle Förderungspolitik der Stadt Linz, die hauptsächlich zwischen SPÖ und ÖVP ausverhandelt wurde. Die freie Kulturszene in Linz soll trotz angeblichen Sparprogramms eine kräftige Budgeterhöhung erhalten. „Dort findet oft politische Agitation unter dem Deckmantel von Kunst statt“, erklärte Raml entrüstet und setzt nach: „Weshalb die ÖVP lieber die linke Kulturszene fördert, anstelle von Heimat- und Trachtenvereinen, wird sie genau erklären müssen.“

Die geplante Erhöhung der „freien Kulturförderung“ in Linz ist ein Streitthema. Speziell Stadtrat Michael Raml gibt sich diesbezüglich äußerst verstimmt. „Die FPÖ wird diesem Vorhaben bestimmt nicht zustimmen“. Raml verweist darauf, dass die Freiwilligen Feuerwehren nach vielen Jahren erstmals eine Erhöhung der Fördermittel bekämen – nämlich um 6.000 Euro. Diese für die Bevölkerung immens wichtigen Vereine wurden somit mit einer Steigerung der Förderung um ganze vier Prozent (!) bedacht.

250.000 Euro mehr für „freie Kulturszene“

Ähnlich lange, nämlich seit zehn Jahren wurde die Fördersumme für die freie Kulturszene nicht mehr erhöht. Doch hier scheint das Motto „was kostet die Welt“ zu greifen. Eine ganze Viertelmillion, also 250.000 Euro (13 Prozent) möchte Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) mit der billigenden Zustimmung von ÖVP-Chef Baier und Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer zusätzlich ausschütten. Das Konglomerat aus politisch deklariert linksgerichteten Vereinen und Initiativen würde dann 2,12 Millionen Euro erhalten. Für Traditionsvereine und Sportvereine ist dem gegenüber aktuell keine Erhöhung der Mittel geplant.

KUPF-Geschäftsführer will jährliche Erhöhung um je eine Million

Der Geschäftsführer der KUPF, dem Dachverband der freien Kulturinitiativen, äußert sich gegenüber dem ORF verhalten über diesen Geldsegen: „Das ist eine sehr positive Entwicklung“. Denn damit werde der Inflationsverlust ausgeglichen. Doch in Wahrheit reicht ihm der Betrag bei weitem nicht. Er fordert gleich eine jährliche Erhöhung der Fördersumme um eine Million Euro! Im Umgang mit den Gebietskörperschaften fährt Diesenreiter, der immer wieder mit markigen Sprüchen „gegen Rechts“ auffällt, einen harten Kurs. Seine Kritik am Land Oberösterreich, Projekte von KTM mit Kultur-Fördergeldern in nennenswerter Höhe zu unterstützen, brachte ihn landesweit in alle Medien. Im Kampf gegen das Land zog er alle Register, speziell juristischer Natur. Auch der Landesrechnungshof wurde eingeschaltet. Es drängt sich die Frage auf, ob man einem derart ungemütlichen Kritiker nicht lieber die Förderung erhöht, als selbst auf mehreren Anklagebänken Platz nehmen zu müssen.

Stadtrat Raml ist empört und will genau prüfen

„Wenn man Geld in Kultur investieren will, muss man es in Heimatkultur investieren“, führte Stadrat Michael Raml (FPÖ) gegenüber dem Wochenblick aus. „Wir werden uns ganz genau ansehen, was mit dem Geld passieren wird. Die Stadt-ÖVP fördert lieber die linke Kulturszene als Heimat- und Trachtenvereine. Vizebürgermeister Bernhard Baier (ÖVP) und Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer werden das nicht nur ihren Stammwählern erklären müssen.“ Als besonders bedenklich erachtet Raml den Umstand, dass mit Förderungen an die freie Kulturszene in Wahrheit oft auch einseitiger politischer Aktivismus gefördert wird. „Wenn man sich mehr auf Kunst und Kultur konzentrieren würde, welche auch beim zahlenden Publikum Anklang finden, würden sich viele Projekte selbst finanzieren. So agiert man ein weiteres Mal an der Bevölkerung vorbei und steckt Unsummen in Dinge, die ich in dieser Form für nicht förderungswürdig halte.“