Über den Täter erfährt man nichts, außer das Alter. Ein Bub also. Dieser schlug nach einem „Wortwechsel“ so hart zu, dass sein Opfer, ein 38-jähriger Familienvater, an den Folgen verstarb. Die Tat ereignete sich bereits am vergangenen Freitag gegen 20:44 Uhr am Hauptplatz in Linz. Der Schläger wurde „in die Obhut seiner Eltern übergeben“. 

Schockierender könnte das Drama kaum sein. Daniel D., ein fleißig arbeitender Vater dreier Kinder aus Alberndorf wartete auf die Straßenbahn, als der Fausthieb eines gewaltbereiten Jugendlichen sein Leben auslöschte. Möglicherweise wurde er so hart getroffen, dass er sofort bewusstlos wurde, jedenfalls schlug er mit dem Kopf hart auf dem Boden auf. Die Verletzungen erwiesen sich als tödlich, drei Tage später verstarb der Mann im Krankenhaus. Er hinterlässt drei Söhne im Alter von 6, 9 und 11 Jahren.

Über Hintergründe des Täters nichts bekannt

In der Kronenzeitung berichten fassungslose Hinterbliebene über das Leben des Getöteten. Daniel wäre ein Mensch gewesen, der immer für andere da war, der eigene Bedürfnisse hintan stellte. Der gelernte Zimmermann lernte gerade für die Baumeisterprüfung, hatte in seinem Leben noch viel vor. Nun ist er tot, weil ein Halbstarker ohne wirklichen Grund die Fäuste sprechen ließ. Auch wenn die Tat ein gewisses Muster aufweist, ist es noch zu früh, Vermutungen anzustellen. Auffällig ist, dass die Behörden über die Herkunft des Täters nur „aus Leonding“ verlautbaren. Der aufmerksame Medienkonsument ist ab diesem Zeitpunkt zumindest schon einmal in erhöhter Alarmbereitschaft.

Täter auf freiem Fuß

Der Täter muss jedenfalls nicht im Jugendgefängnis auf seinen Prozess warten. Er darf sich dank unserer Justiz auf freiem Fuß weiter austoben. Wahrscheinlich besteht bei jemandem, der in der Öffentlichkeit Intensivgewalt gegen andere ausübt keine Wiederholungsgefahr. Die Erklärung der zuständigen Staatsanwaltschaft wird sicherlich interessant ausfallen.

Sicherheitsstadtrat schockiert

Der Linzer Sicherheitsstadtrat zeigt sich angesicht der brutalen Tat schockiert. Dr. Michael Raml (FPÖ) möchte, so lange die Verrohung in unserer Gesellschaft nicht nachhaltig gestoppt ist, die Videoüberwachung an gewissen Plätzen voran treiben: „Der Täter wurde mithilfe der Videoüberwachung sehr schnell ausgeforscht und gefasst. Die Wirkung hat sich wieder mal bestätigt. Daher fordere ich die Überwachung an neuralgischen Stellen in Linz. Aktuell etwa an stadtbekannten Drogenumschlagplätzen, wie dem Bereich um das Kremplhochhaus, um Kriminalität zu verhindern bzw. bei der Aufklärung zu unterstützen.“

Leben in Österreich ist nicht mehr sicher

Wird es in Folge Großdemonstrationen geben, weil es auch auf das Leben unserer Mitbürger ankommt? Wahrscheinlich nicht, denn öffentliche Trauerbekundungen um seine Nächsten gelten mittlerweile als verpönt und rechtsradikal. Fest steht, dass das Leben in Österreich durch die Folgen jahrzehntelanger verfehlter Politik nirgendwo mehr sicher ist. Aus nichtigsten Anlässen kann es dem friedlichsten und freundlichsten Mitbürger passieren, zusammengeschlagen, beraubt, verkrüppelt, entstellt oder getötet zu werden.