linksextremismus karl marx 200. geburtstag proteste demo linz

Nach einer Attacke auf einen Infostand der rechten „Identitären Bewegung“ geriet der gewaltsame Linksextremismus für kurze Zeit in den Fokus der Öffentlichkeit. Obwohl die Täter mitunter äußerst gewaltbereit waren und es sich um keinen Einzelfall handelte, reagierte die Politik jedoch kaum. Stattdessen wird der 200. Geburtstag des Begründer des Kommunismus, Karl Marx, parteienübergreifend gefeiert.

Ein Interview von „wochenblick.at“-Chefredakteur Johannes Schüller


Bis zu 100 Millionen Todesopfer

Die in Oberösterreich lebende Polin Yvette Sara Malczewska-Höfler (27) hat genug von der Verharmlosung der Ideologie, die laut internationalen Experten bis zu 100 Millionen Todesopfer gefordert hat. Diesen Samstag veranstaltet sie gemeinsam mit der pro-polnischen Organisation „Idź pod prąd Austria“ eine „Demo gegen Kommunismus und jede Art von Sozialismus“. Die Demonstration beginnt diesen Samstag beim Linzer Volksgarten (Platz vor dem Musiktheater) um 16 Uhr. Es kann grundsätzlich jeder teilnehmen, betont die Veranstalterin.

demo gegen kommunismus linz
Mit diesem Plakat werben die Veranstalter für die Demo.

„Gottlose, mörderische Ideologie“

Der „Wochenblick“ hat die junge Frau zu den Hintergründen befragt. Im Interview empört sich Malczewska-Höfler deutlich über die Duldung des Linksextremismus in Österreich und erklärt die Motive der Demo beim Volksgarten!

„Wochenblick“: Warum veranstalten Sie die Demo?

Yvette Sara Malczewska-Höfler: Wir sind bibeltreue Christen und vertreten dementsprechend konservative, biblische Werte. Neben der Missionstätigkeit ist politisches Engagement ein sehr wichtiger Teil des Christentums und hat das Ziel, einen wirklich gerechten, freien Staat zu bauen.

Angesichts der allgegenwärtigen Verharmlosung oder besser noch, Verbreitung der gottlosen, mörderischen kommunistischen Ideologie haben wir uns entschieden, mit unserer Demo ein Zeichen dagegen zu setzen und auf ihre Gefahren hinzuweisen.

Aufgrund derselben Wurzeln und der gravierenden ideologischen Nähe wenden wir uns aber auch gleichzeitig gegen jede Form von Faschismus und Sozialismus, also auch gegen den Nationalsozialismus, was schon aus der Bezeichnung unserer Demo „Demo gegen Kommunismus und jede Art von Sozialismus“ hervorgeht.

gulag opfer kommunismus
Unter der blutigen Schreckensherrschaft des Kommunismus in der Sowjetunion wurden Andersdenkende und Minderheiten in Lager gesteckt, starben oft unter grausamen Bedingungen. Im Bild: Reste des Gulags Perm-36.

„Taten sprechen mehr als Worte“

Das Bündnis „Linz gegen Rechts“ hat sich bisher nicht ausdrücklich und explizit vom Linksextremismus distanziert, auch SPÖ und Grüne lassen es bisher an eindeutigen, klaren Distanzierungen missen. Müsste die Gesellschaft klarer Stellung gegen Linksextremismus beziehen?

Die Politik ist sehr eng mit der Gesellschaft verwoben. Ob die Gesellschaft Linksextremismus überhaupt als etwas Schlechtes ansieht, wage ich stark zu bezweifeln. Solange die Medien, das wohl angemerkt verstaatlichte und politisierte (!) Bildungssystem, die Politik aber auch die Kirchen und ihre Vertreter – insbesondere Papst Franziskus – den Marxismus verherrlichen, wird sich daran auch nichts ändern.

Eine bloße Distanzierung würde auch nichts bringen, hier kommt es auf Taten an, denn Taten sprechen mehr als tausend Worte. Deklarieren kann man vieles.

Karl Marx gilt als ideologischer Begründer des Kommunismus, der gerade in Osteuropa schreckliche Spuren hinterlassen hat. Wie fühlen Sie sich als gebürtige Polin, wenn Sie jetzt erleben müssen, dass Karl Marx zu seinem 200 Geburtstag wieder gefeiert wird?

Dass Karl Marx gefeiert wird, finde ich skandalös, jedoch angesichts der gesellschaftlich-politischen Lage in Österreich gar nicht verwunderlich. Durch die bereits oben erwähnte Indoktrinierung und Darstellung als eine „Gegenform“ seines nahen Verwandten, des Nationalsozialismus, der verlogener Weise der rechten Seite zugeordnet wird, obwohl er als eine Form von Sozialismus ganz klar der linken Seite zuzurechnen ist, wird der Kommunismus von der Gesellschaft als etwas positives gesehen.

Als Polin, die Geschichte kennt, weiß ich, was Kommunismus ist und welche Konsequenzen er hat. Es schockiert mich, dass Menschen immer noch glauben, der Kommunismus könnte funktionieren und wäre nur „falsch verstanden“ worden, wo wir doch lebendige Beispiele haben, wie Kommunismus funktioniert, zum Beispiel in Russland, China oder Nordkorea.