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Foto: Screenshot Youtube / Fotomontage

Oberösterreich befindet sich in ihrem Visier: Seine Leute seien bereits in Linz, sagt Mehmet Bagci, türkischstämmiger Präsident der Bruderschaft der „Osmanen Germania“, dem „Wochenblick“: „Wir haben hier 100 Mitglieder!“

Somit könne sein „Chapter“ – so nennt er seine Vereinszelle in der oberösterreichischen Donaumetropole – mit jener Arbeit beginnen, die sich Bagcis Bruderschaft auf ihre Fahnen geschrieben hat: mit der „Sozialarbeit für Jugendliche“! Die Linzer haben allen Grund sich vor solchen Sozialarbeitern zu fürchten. Nur das Innenministerium und die Polizei scheinen keine echte Gefahr in den am 3. März 2015 in Hessen gegründeten Osmanen zu sehen. Wird hier wieder einmal ein Problem unterschätzt?

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Bereits mehr als 200 Mitglieder in Österreich

Die Selbstdarstellung der „Sozialarbeiter“, via Youtube-Videos in alle Welt verbreitet, sollte eigentlich zu denken geben. Denn in diesen Videos posieren zumeist türkischstämmige Boxer der Bruderschaft in ziemlich martialischer Aufmachung mit Schusswaffen und „Allahu Akbar“-Schreien, sowie ihrem Schlachtruf „Wir kommen und übernehmen das ganze Land.“ Dazu galoppieren asiatische Reiterkrieger durch die Szene, untermalt von orientalischer Musik. Dieses Video soll wohl einschüchtern und auch suggerieren: Seht her, wir sind Männer, die für ihre Brüder bis zum letzten Blutstropfen auf dem Schlachtfeld stehen!

Doch welches Schlachtfeld ist eigentlich gemeint? Etwa das Linzer Stadtgebiet? Osmanen-Präsident Mehmet Bagci versucht zu beruhigen. „Unser Ziel ist es“, betont er, „Jugendliche, die dem Alkohol, den Drogen oder der Spielsucht verfallen sind, von der Straße zu holen, damit diese ihr Leben wieder auf die Reihe kriegen.“ Und dann werden sie Osmanen? Nach Angaben des Bruderschaft-Chefs gibt es in Österreich schon mehr als 200 Mitglieder.

Eine Strategie Erdogans?

„Wir haben viele Interessenten und kommen gar nicht dazu alle Anträge zu bearbeiten“, erklärt Bagci. Es seien viele Chapter in Planung, die genauen Standorte aber seien noch geheim. „Wir wollen in jede Stadt“, sagt der Osmanen-Anführer und liebäugelt auch mit Orten in Vorarlberg. Vor allem Wien, wo es auch schon 100 Mitglieder gebe, hat er im Visier. Die Zahl in der Bundeshauptstadt werde bald um das Doppelte steigen, versichert Bagci, zumal der 10. Wiener Gemeindebezirk ohnehin fast schon ein rein türkischer Stadtteil sei.

„Das passt perfekt zu den Plänen des türkischen Ministerpräsidenten Recep Erdogan, der nicht nur von der Wiedererrichtung des alten Großosmanischen Reichs träumt und die offenbar gewaltbereiten Osmanen sind da ein wichtiger Bestandteil dieser Strategie“, konstatiert ein Experte, der den Wochenblick um das Verschweigen seines Namens bat – aus Sicherheitsgründen. Denn für ihn sind die Osmanen, die in jedem Chapter auch einen Box-Klub betreiben, brandgefährlich.

Deutsche Polizei ist alarmiert

Die deutsche Polizei hat bereits mehrere Kontrollen bei Treffen der Türken-Boxer durchgeführt und unter anderem Waffen gefunden. „In einer vertraulichen Analyse prognostiziert das Landeskriminalamt, dass es bei weiterem massiven Auftreten der Osmanen zu Konflikten mit etablierten Rockern wie den Hells Angels und den Bandidos kommen könnte. Dabei sei zu erwarten, dass Waffen eingesetzt werden“, warnte „Der Spiegel“ im März diesen Jahres.

Die oberösterreichische Polizei scheint sich dagegen für die Osmanen noch nicht wirklich zu interessieren. „Zurzeit sind noch keine Aktivitäten bekannt“, ist aus dem Landeskriminalamt Oberösterreich auf Nachfrage des Wochenblicks zu hören. Anlässe für Ermittlungen habe es jedenfalls bislang keine gegeben. Auch das Innenministerium sieht noch keinen Grund für nähere Beobachtung. Das Thema an sich ist bekannt“, sagt Ministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck, „aber es gibt ganz deutliche Unterschiede zwischen den Strukturen in Deutschland und Österreich.“

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In dieser Video-Reportage spricht Mehmet Bagci, einer der beiden türkischstämmigen Osmanen-Präsidenten, mit dem Wochenblick: