Unternehmerfamilien wie die der Papinskis in Linz sind selten geworden. In großer Einmütigkeit ziehen dort alle Familienmitglieder nicht nur geschäftlich an einem Strang, auch in dem Bestreben, hoffnungsvolle Sporttalente zu fördern, sind sich Vater Hubert, Mutter Getrud und Sohn Berndt einig.

Ein Porträt von Kurt Guggenbichler

Werbung

Ein Papinski kommt selten allein: Nicht nur im Betrieb treten Vater Hubert und Sohn Berndt meistens gemeinsam auf, sondern auch bei diversen Sportveranstaltungen. Denn die beiden eint nicht nur die verwandtschaftliche Bande, sondern auch die Liebe zum Sport.

Hubert, einst selbst ein erfolgreicher Ruderer und auch Skifahrer, hat dieses sportliche Gen an seinen Sohn vererbt. Dieser versucht nun schon seit einigen Jahren als Golfer zu reüssieren, doch sei er – wie er eingesteht – ein weitaus besserer Skifahrer.

Als es begann

Ziemlich großen Erfolg hat er aber als Sportler-Sponsor, was Berndt zusammen mit seinem Vater schon seit fast 30 Jahren sehr erfolgreich betreibt. Angefangen habe alles mit dem Ski-Freestyler Hugo Bonatti, sinniert Berndt im Büro des Familien-Karosseriebetriebes zwischen mehreren geschäftlichen Telefonaten.

Den Bonatti hat Papinski nicht nur gesponsert, sondern auch fünf Jahre lang gemanagt.
„Er war einer der ersten Medaillengewinner Österreichs in diesem Genre“, sagt Berndt, der sich mit dem Herrn Papa vor allem um die Unterstützung von Randsportaktivitäten verdient gemacht hat.

Heute haben die beiden viele Sportler und Sportmannschaften, denen sie ihre Hilfe angedeihen lassen, auf ihrer Agenda. Im Jahreskalender der Karosseriewerkstätte Papinski sind sie alle aufgelistet, worauf Berndt nicht ohne Stolz verweist.

Über die Erfolge der Volleyball-Damen des ASKÖ Linz-Steg und der Tischtennis-Damen der LINZ AG-Froscherg freut er sich derzeit ganz besonders. Nicht von ungefähr geht dieser Auflistung im Kalender ein kurzes Vorwort über die Sponsorenfamilie Papinski mit dem Titel „Sport liegt in der Familie“ voraus.

Aufgeben gibt es nicht

Vater Hubert, ein ehemaliger Staatsmeister im Rudern, der vorige Woche seinen 88. Geburtstag feierte, sitzt noch immer gern in einem Ruder-Boot, fährt mit den Skiern immer noch begeistert steile Abhänge hinunter und erklimmt als Bergsteiger noch immer freudig so manchen Gipfel, gemeinsam mit Ehefrau Gertrud, die ihn auf allen Wegen begleitet – seit 63 Jahren.

Allerdings: Das Knie will nicht mehr so wie Hubert es gern möchte, daher habe er schon einen Operationstermin fixiert, sagt er.Von solchen „Kleinigkeiten“ lässt sich einer wie er, der in seinem Leben schon Schlimmeres mitmachen musste, nicht unterkriegen.

Über den Bombenangriff auf Linz im Kriegsjahr 1944, bei dem der 13-jährige Hubert und seine Geschwister in wenigen Minuten zu Vollwaisen wurden, spricht er kaum. Aber dieses Schicksal habe ihn zum Kämpfer gemacht.

Diesen Kampfgeist scheint er auch an den Sohn weitergegeben zu haben, der ziemlich hartnäckig sein kann, wenn es darum geht, das Optimale für die Sportler herauszuholen.

Neue Hoffnungen

„Unsere Nachwuchshoffnungen sind jetzt die sechsfache Wasserski-Staatsmeisterin Nicola Kuhn wie auch der vierfache U-14-Medaillengewinner des Jahres 2018, Dominik Kuhn und die aktuelle U-21-Tischtennis-Europameisterin Karoline Mischek“, betont Berndt, der zwischendurch auch schnell den reparierten Wagen eines Kunden zum Waschen fährt.

Inzwischen hält der Herr Papa die Stellung. „Wir können uns aufeinander verlassen“, heißt es und Freunde meinen anerkennend: Familien mit einem solchen Zusammenhalt wie die Papinskis sind schon selten geworden.