„Das große Polizeiaufgebot sollte uns einschüchtern und ein schlechtes Bild auf uns werfen“, resümiert Florian Ortner (37), der Präsident des „Genuss-Kulturgartenvereins“ in Linz-Urfahr über die Heimsuchungen der Staatsmacht, die an den letzten drei Wochenenden an jedem Samstag in Kompaniestärke ausgerückt war, um friedliche Kleingärtner bei ihrer Arbeit an der frischen Luft zu verstören.

Von Kurt Guggenbichler

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Dahinter vermutet er eine gezielte Aktion des Linzer Bürgermeisters, der der Freitagsdemonstrationen auf dem Hauptplatz überdrüssig ist, die der Koch und Biobauer Florian Ortner organisiert. „Das geht eindeutig gegen mich“, sagt er, der sich aber nicht mundtot machen lassen will. Zusammen mit vielen Gleichgesinnten will er sich das friedliche Protestieren, was nichts anderes ist, als seine Meinung zu sagen, weiterhin pflegen.

Kleingartenverein und staatliche Repression

Der Kleingartenverein in Urfahr hat primär damit nichts zu tun. „Dort wollen wir nur in Ruhe ‚garteln‘ und gutes Gemüse ernten, das wir demnächst in einer eigenen Küche verkochen und an die Bedürftigen gratis ausspeisen werden, sobald dieser Lockdown-Wahnsinn vorüber ist“, sagt er. Unterstützt wird er dabei vom Neuzeuger Programmierer Jürgen Lessner (56), der beim Einrichten der Küche für die Armen auf dem Kleingartengelände mithilft und betont: „Im Prinzip könnten wir bald loslegen.“

Ausspeisung für Bedürftige

Ausgespeist würde aber nicht in der Gartenanlage, sondern an Örtlichkeiten in der Stadt, die via Internet spontan bekannt gegeben werden sollen. Auch eine fixe Essensverteilung bei den sogenannten Freitagsdemonstrationen in Linz, in denen die Organisatoren wie auch die Teilnehmer eher als ein „Fest für die Freiheit“ sehen, könnte er sich vorstellen. „Wir haben bereits im Jänner einen Suppen- und Teeausschank organisiert gehabt, den uns die Polizei dann aber abgestellt hat“, erläutert Ortner.

Lerngruppen statt Corona-Partys

Die Polizei sprengte unlängst auch die Besprechung einer Gruppe von Pädagogen auf dem Kleingartengelände, weil das nach Auffassung der Staatsmacht eine Party war. „Dabei wollten wir nur besprechen, wie wir die Lerngruppen für unsere Kinder im Selbsthilfeunterricht organisieren“, sagt Ortner, der nun jeden Samstagnachmittag einen Polizeieinsatz befürchten muss.Bei einem der Letzten haben sich die Beamten sogar gewaltsam Zutritt auf das Gelände verschafft, obwohl sie dafür keine richterliche Anordnung hatten und auch keine Gefahr in Verzug war, betonen Jürgen und Florian.

Sympathie für Verein wächst

Ortners Kleingartenverein will diesen Vorfall auch rechtlich klären lassen. Durch das martialische Auftreten der Uniformierten in der Kleingartenanlage soll bei den Nachbarn Stimmung gemacht werden, ist er überzeugt, doch erreicht wurde offenbar das Gegenteil. Denn Ortner verzeichne viele Neuzugänge und sogar ein Polizeibeamter, der in der Nähe wohne, hätte sich den Kleingärtnern gegenüber vom Verhalten seiner Kollegen distanziert.

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