Die Obdachlosenhilfe von Walter Kreische ringt weiter um finanzielle Hilfe. Das endgültige Aus konnte zwar abgewendet werden, doch die Adaptierung des neuen Lagers erfordert dringende Spenden.

Gefunden hat Kreische das Lager wohlgemerkt ohne Hilfe der Politik – ein diesbezüglicher Antrag für Hilfe ging im Linzer Gemeinderat nicht durch. SPÖ, ÖVP, Grüne, NEOS und KPÖ enthielten sich geschlossen der Stimme.

Zu wenig Geld

Während diverse andere Parteien (die sich der Stimme enthalten haben) gegenüber dem „Wochenblick“ zu keiner Stellungnahme bereit waren, zeigte man sich bei den Linzer Grünen sofort gesprächsbereit.

Klubobfrau der Grünen im Linzer Gemeinderat Ursula Roschger erklärt auf „Wochenblick“-Anfrage die Stimmenthaltung plausibel mit den fehlenden Kapazitäten der Stadt Linz: „Es gibt sehr viele solcher Vereine, die Unterstützung bräuchten. Wir haben natürlich nichts gegen das Projekt, aber es fehlen einfach die Möglichkeiten. Es wäre ungerecht, einem bestimmten Verein die Unterstützung zu gewähren und anderen nicht“, so die Klubobfrau.

Roschger zeigt Verständnis, bekräftigt aber, dass für solche Initiativen im gesamten zu wenig Geld da sei und eine detailliertere Planung notwendig sei. Sie kritisierte außerdem den Antrag als zu unkonkret, da „zur Verfügung stellen“ vieles bedeuten könne.

Stimmenthaltung „feige“

Walter Kreische, Initiator der „Obdachlosenhilfsaktion“, sagt gegenüber dem „Wochenblick“: „Für mich ist das die feigste Art, nein zu sagen!“ Der 53-jährige betreibt gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin den Verein, der ursprünglich als private Hilfsinitiative startete und mittlerweile seit über vier Jahren in Oberösterreich 14 verschiedene Einrichtungen beliefert.

Am 6. April wurde im Linzer Gemeinderat von der FPÖ-Fraktion der Antrag eingebracht, „der Obdachlosenhilfsaktion Lagerräumlichkeiten von circa 100-150m² zur Verfügung zu stellen“. Durch Stimmenthaltung von SPÖ, ÖVP, Die Grünen, NEOS, und KPÖ wurde der Antrag mehrstimmig abgelehnt.

Haben österreichische Obdachlose die falsche Nationalität?

„Ein österreichischer Obdachloser hat es ungleich schwerer als so mancher Asylwerber, denn ohne Wohnung und somit ohne Meldeadresse wird keinerlei Unterstützung, auch keine Mindestsicherung, ausbezahlt. Vor diesem Hintergrund gleicht die ablehnende Haltung aller übrigen Fraktionen gegenüber der Obdachlosenhilfsaktion einer Farce“, betont der FP-Gemeinderat Manfred Pühringer.

Österreichische Obdachlose hätten scheinbar die falsche Nationalität, gibt Pühringer zu bedenken.

Kreische ist nun erleichtert

Ein Aufruf in Kreisches Facebook-Gruppe „obdachlosenhilfsaktion.at“ brachte zwar neue Unterstützer auf den Plan, reichen tut es aber immer noch nicht wirklich.

„Ich bin in einer Zwickmühle, weil ich einerseits keinen finanziellen Rahmen habe, die Unternehmen jedoch eine verbindliche Zusage in Form eines unterschriebenen Mietvertrags wollen. Aus meiner eigenen Tasche kann ich das leider nicht bezahlen“, sagte Kreische zum Wochenanfang noch verzweifelt.

Nun ist zum Glück das Lager gefunden, muss aber noch hergerichtet werden um für das Lagern und Umschlagen der Hilfsgüter geeignet zu sein. Dafür ist Kreische auf Spenden angewiesen.

„Wochenblick“-Aufruf: Spender gesucht

Bereits im vergangenen Dezember rief der „Wochenblick“ zu einer Spendenaktion für die Obdachlosenhilfe von Walter Kreische auf. Nun braucht Kreische erneut Hilfe für sein neues Lager, um die Hilfsgüter unterzubringen, die an die Einrichtungen geliefert werden.

Sie erreichen die Initiative von Walter Kreische über die Seite www.obdachlosenhilfsaktion.at oder in der Facebook Gruppe „obdachlosenhilfsaktion.at“.
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