Wochenblick berichtete damals zuerst. Eine 20-köpfige Bande, bestehend aus Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund hatte mit Vorliebe berufstätige Einheimische überfallen, beraubt und erpresst. Sie nennen sich nach dem Zentrum ihrer Aktivitäten in der Linzer Semmelweis-Straße „Semmelweis-Bande“. Nun fielen die ersten – nicht rechtskräftigen – Urteile.

Drogenhandel in großem Stil, Raub, Erpressung, sexuelle Nötigung – teilweise unter Verwendung von Schreckschusspistolen und Messern. Ihre Opfer wurden seit dem Sommer 2018 brutal eingeschüchtert, sehr lange Zeit traute sich niemand, zur Polizei zu gehen. Erst im Dezember des Vorjahres klickten die Handschellen. Nun fielen vor Gericht für sieben Bandenmitglieder, allesamt mit türkischem Migrationshintergrund, die ersten Urteile. Die organisierten Nachwuchsverbrecher sind zwischen 15 und 17 Jahren alt.

„Spazieren gehen“ – mit dem Messer

Die Täter behaupteten allen ernstes vor dem Richter, sie wären in Linz nur spazieren gegangen. Sie wären auch keine Bande sondern nur eine Gruppe aus Freunden. Die Staatsanwältin sah das anders. Hauptsächlich wurden bei solchen „Spaziergängen“ Schwächere mit vorgehaltenem Messer ausgeraubt oder genötigt. Während der Verhandlung entstand der Eindruck als wären Zeugen massiv unter Druck gesetzt worden. In Folge machten auch die jungen Ganoven den Blümel und behaupteten, sich an nichts mehr zu erinnern.

Teilweise unbedingte Haft

Am 30. Juni fiel das Urteil. Einer der Hauptangeklagten wurde zu zweieinhalbjahren unbedingter Haft, der zweite zu einer Zusatzstrafe von zwei Jahren Haft verurteilt. Der Rest der Bande fasste teilbedingten Haftstrafen zwischen neun und 24 Monaten aus. Drei der Urteile sind rechtskräftig, der Rest geht in Berufung. Weitere Mitglieder der Bande erhalten gesonderte Verhandlungen.

Sicherheitsstadtrat Raml fordert abschreckende Strafen

Der Linzer Sicherheitsstadtrat Michael Raml hat sich von Anfang an intensiv mit dem Fall beschäftigt. Wocheblick hat ihn um seine Meinung zum Urteil gebeten: „Die kriminelle Energie dieser jugendlichen Migrantenbande ist erschreckend. Sie ist ein Sinnbild für die völlig verfehlte Einwanderungs- und Integrationspolitik von ÖVP, SPÖ und Grünen. Das Problem der Jugendkriminalität durch Migranten ist in Linz nicht wegzuleugnen. Als Sicherheitsstadtrat gehe ich aktiv dagegen vor. Für eine konsequente Bekämpfung braucht es aber endlich abschreckende Strafen für jugendliche Straftäter und nicht länger eine Kuscheljustiz. Die – nicht-rechtskräftigen – Urteile gegen die Köpfe der „Semmelweis-Bande“ sind ein zwischenzeitlicher Erfolg. Der Strafrahmen sollte jedoch viel abschreckender ausfallen.