Paraderollen von Nik dem Theatermacher ganz ohne Star-Allüren: Falco, Peter Alexander. Auch Bud Spencer hat er drauf, wie man sieht...

Verreißen oder Ignorieren. Da ist Nik oftmals das Ignorieren lieber. Die etablierten Medien, die sonst an den kleinen unabhängigen Strukturen so interessiert sind, haben mit dem Unterhaltungsprogramm vom Linzer Theater in der Innenstadt oft ein Problem.

Ein Bericht von Georg M. Hofbauer

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Kurz nach der Premiere des Tom-Jones-Musicals trafen wir die beiden Theatermacher Nikolaus Raspotnik und Gabriela Billy. Tiger Tom Jones schwebt fast noch durch die Kulisse auf der kleinen Bühne des Theaters.

„Vorweihnachtlich und Advent“

Eine frühere Tischlerei an der Museumstraße eignet sich ganz hervorragend, um rund 120 Gäste zu beherbergen und Schauspielern eine Bühne zu bieten. Das schwungvolle Musical rund um den Tiger war die letzte große Produktion, bevor auf den Modus „vorweihnachtlich und Advent“ umgestellt wird.

„Wir haben vor und nach den Vorstellungen viel Kontakt zu unseren Gästen und die kommen, um sich zu unterhalten. Deshalb spielen wir auch die sogenannte leichte Kost“, schildert Nik Raspotnik, der auch klarstellt, dass sein Name kein Künstlername ist, sondern die Kurzform von Nikolaus.

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„Weihnachtsmann sucht Weihnachtsfrau“

Nikolaus kann aber auch „Weihnachtsmann“, wie ein Blick in das Programm verrät: Bis 10. Dezember wird „Weihnachtsmann sucht Weihnachtsfrau“ gegeben, ein nach Eigendefinition „schräges, chaotisches Stück“ mit jeder Menge Weihnachtsliedern.

Aber nicht nur auf der Bühne, auch rundum sind die beiden gefordert: Sie bauen die Kulissen, betreiben die kleine Bar für den Schluck davor oder danach, färbeln Wände. Für Allüren bleibt wenig bis gar keine Zeit, bei einer Siebentagewoche.

80 Prozent Auslastung ohne große Förderungen

„Normalerweise haben wir wenigstens im Jänner etwas Urlaub, aber diesmal sieht es auch damit nicht sehr gut aus“, schildern die beiden Theaterleute ihr Dasein an der Museumstraße, dass sie dennoch reich belohnt.

In den sieben Jahren, seit Niki und Gabriela das Haus bespielen, haben sie sich gezielt mit ihrem Unterhaltungsprogramm ein Stammpublikum aufgebaut. Mit dem Effekt: Sie sind stolz auf eine Auslastung von 80 Prozent und darauf, dass sie das Ganze auch ohne große öffentliche Zuwendungen geschafft haben.

Enthusiastische Neunzigjährige vergaß Rollator

Der Dank des Publikums und der Applaus sind neben dem finanziellen Auskommen ebenfalls wichtige Faktoren für die Betreiber. Oder auch Begebenheiten wie diese: Bei der Show „Weihnachten mit Peter Alexander“ – übrigens eine Paraderolle von Nik – sang eine gut neunzigjährige Dame begeistert mit und spendete viel Applaus.

Nach dem Ende der Vorstellung verließ sie das Theater und erst nach einiger Zeit kam jemand vorbei um etwas abzuholen was vergessen wurde: Die Dame hatte doch glatt in ihrer energetischen Stimmung auf den Rollator vergessen…