Während hierzulande der harte Lockdown als alternativlos verkauft wird, zeigt man sich in Madrid deutlich gelassener, was die Corona-Maßnahmen angeht: Obwohl Ende September die Corona-Zahlen in der Region explodiert waren, verzichtete man dort auf den Shutdown. In der spanischen Hauptstadt herrscht reges Treiben: Bis Mitternacht dürfen die Menschen in Bars und Restaurants sitzen, die Parks sind voller Spaziergänger und Freizeitsportler. Die Infektionszahlen geben der konservativen Regionalregierung Madrids recht: Sie sinken nämlich rapide.

Anstatt den kompletten Lockdown zu verhängen, riegelt man in Madrid nur kleine Bezirke mit hohen Zahlen ab. Diese sollen nur mit triftigem Grund verlassen oder betreten werden. Die Sperrstunde beginnt dort um 22 Uhr, Parks und Spielplätze sind geschlossen. Das war’s. Waren zuvor noch 32 Gebiete betroffen, wurden nun am Freitag bereits 10 davon wieder „entriegelt“: Die Infektionszahlen hatten sich dort innerhalb von 14 Tagen halbiert.

Andere spanische Regionen wie Katalonien werden trotz strenger Einschränkungen der Virus-Lage nicht Herr und vertreten die Ansicht, „das Wunder von Madrid“ basiere auf einem „Informations-Blackout“. Doch ein Blick in die Krankenhäuser beweist: Die Lage entspannt sich zunehmend. Anfang Oktober soll die Zahl der Aufnahmen von Covid-Kranken bei über 2.500 pro Tag gelegen haben. Am Donnerstag wurden nur noch 238 gemeldet – und das bei 316 Entlassungen.

Wurde Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso zuvor von der Zentralregierung und den Medien wegen ihrer Corona-Politik noch in der Luft zerrissen, avanciert sie nun zum Star und zur Hoffnungsträgerin der konservativen Volkspartei.