Knalleffekt: Unter Federführung von SPÖ-Bürgermeister Klaus Luger sagt die Stadt Linz den beliebten Urfahraner Markt ab. Die Begründung: Die epidemiologische Lage ließe dies nicht zu. Es trifft aber nicht nur den „Urfix“, der von 2.-10. Oktober hätte stattfinden sollen. Denn demnächst sind in Linz alle Veranstaltungen über 5.000 Teilnehmern verboten, die keine zugewiesenen Sitzplätze haben. Die Regel gilt ab 24. September für vier Wochen – vorerst jedenfalls. Scharfe Kritik kommt von den Freiheitlichen.

  • Vier Wochen lang dürfen keine Großveranstaltungen in Linz mehr stattfinden – schon in drei Wochen soll über eine Verlängerung beratschlagt werden
  • FPÖ-Vizebürgermeister Hein beklagt die Konzeptlosigkeit von ÖVP & SPÖ, die stattdessen nur mit dem Versuch auffielen, Ungeimpfte zu stigmatisieren
  • Wundert sich, wieso Großveranstaltungen noch am vergangenen Wochenende offenbar kein Problem waren, den Linzern nun aber der „Urfix“ genommen wird
  • Beobachter befürchten, dass die Bundesregierung besonders harte Maßnahmen für alle Österreicher – oder zumindest für Ungeimpfte – nach der OÖ-Wahl beschließt

Plötzliche Maßnahme macht Anschein der Willkür

Damit lässt sich die Stadt momentan die Hintertür, neben dem „Urfix“ nicht auch den Linz-Marathon am 24. Oktober sofort abzusagen. Aber schon in drei Wochen will man über eine Verlängerung des Veranstaltungsstopps beraten. Luger hofft auf einen eindeutigen Erlass des Bundes und möchte sich offenbar lieber an den absurden Stufenplan der Regierung koppeln können als selbst den Zorn des Volkes über den Knallhart-Kurs erdulden zu müssen. Auch der zuständige ÖVP-Stadtrat Bernhard Baier verwies auf die angebliche Unklarheit der Situation als Hintergrund für die Absage. So sei ungewiss, ob der „Urfix“ einer 2G- oder 3G-Regel unterlegen hätte.

Unverständnis dafür äußerte indes der freiheitliche Vizebürgermeister Markus Hein, der den Linzern bereits im Vorjahr ihren Jahrmarkt retten wollte – damit aber auf taube Ohren bei den Spaßbremsen von SPÖ & ÖVP stieß. Auch diesmal ist die Absage nicht wirklich nachvollziehbar: „Bei der Klangwolke am vergangenen Wochenende, mit 40.000 Besuchern und ohne zugewiesene Sitzplätze, war die epidemiologische Lage offenbar noch kein Problem.“ Auch ÖVP-Landeshauptmann Thomas Stelzer habe sich auf der Rieder Messe am selben Wochende im Festzelt feiern lassen.

Stigmatisierung & Chaos statt echter Konzepte

Hein ärgert sich nach der vierten Absage in Folge – der Urfahraner Markt findet zweimal jährlich statt – auch über das stümperhafte Agieren der Verantwortlichen. So hätte man etwa die Möglichkeit einer Vorverlegung in die Sommermonate, wo es keinerlei wirkliches Infektionsgeschehen in Österreich gab, verabsäumt. Stattdessen müssten nun die Linzer noch länger auf ihren traditionellen Markt verzichten. In den letzten Jahren seiner Abhaltung zog der Urfahraner Markt stets zwischen 400.000 und 650.000 Besucher an.

Bereits in der Vorwoche war das Vorgehen von SPÖ & ÖVP in die Kritik geraten. Denn diese hatten ein überteuertes Konzept durchgepeitscht, das obendrein noch einigen Raum für die Ausgrenzung von Bürgern ließ. Denn demnach hätte es Armbänder mit unterschiedlicher Gültigkeitsdauer  für Ungeimpfte bzw. Geimpfte/Genesene gegeben – Wochenblick berichtete. Hein, dessen Partei in Stadt, Land & Bund für Freiheit und ein Ende der 3G/2G/1G-Schikanen pocht, warnte daraufhin vor der Stigmatisierung von Menschen entlang ihres Impfstatus. 

Linzer Event-Bann: Startschuss für Verschärfungen?

Dass die Bundesregierung bald weiter nachschärfen könnte, ist ein offenes Geheimnis. Zahlreiche Beobachter glauben, dass die Verkündung besonders harter Maßnahmen erst kurz nach der Oberösterreich-Wahl geschehen könnte. Denn die Unbeliebtheit harter und willkürlicher Maßnahmen könnte der Volkspartei beim Urnengang andernfalls auf den Kopf fallen. In den letzten Wochen schockierten gerade türkise Parteivertreter immer wieder mit Vorstößen in Richtung einer 1G/2G-Regel in weiten Teilen des öffentlichen Lebens. 

Auch ein „Lockdown für Ungeimpfte“ ist bereits seit einiger Zeit im Gespräch, sogar Kurz höchstpersönlich bekundete seine Offenheit für ein solches Modell. Damit könnten der Kanzler und seine Getreuen besonders auf Oberösterreich abzielen. Denn in unserem Bundesland fällt die Impf-Propaganda der Regierung zusehends auf taube Ohren. Die bundesweit niedrigste Impfquote zeigt deutlich, dass die Oberösterreicher sich lieber eine eigene Meinung bilden, anstatt sich bevormunden zu lassen oder in blindem Gehorsam den Heilsversprechen der Mächtigen zu glauben.

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