Bereits seit 15 Wochen müssen Wirtshäuser ihre Pforten geschlossen halten, dürfen Essen nur zur Abholung und zum Lieferservice anbieten – gerade in ländlichen Regionen oft so etwas wie ein Todesstoß. Neben den Lokalen gilt jetzt auch für Hotels und die Kultur-Branche: Vor Ostern will die Regierung ihnen das Aufsperren wahrscheinlich nicht erlauben. 

Das Osterdatum ist diesmal der 4. April – damit können sich Gastwirte, Hoteliers und Veranstalter darauf einstellen, weitere sieben Wochen keinen ordentlichen Kundenverkehr erlauben zu dürfen. Aber auch das steht nicht ganz sicher fest: Denn das Osterdatum als Aufsperrdatum ist nur ein Anhaltspunkt, am 1. März will die türkis-grüne Regierung die Lage nämlich neuerlich einschätzen. Es ist also weiter ein dauerndes Abwarten, wann die Lokale endlich aufsperren dürfen.

Kickl: Gesellschaft & Wirtschaft „in Geiselhaft“ gehalten

Kein Verständnis für diese Vorgehensweise hat man bei den Freiheitlichen. FPÖ-Klubchef Herbert Kickl verwies auf „umfangreiche Präventionskonzepte“ in Gastronomie und Hotels, weshalb sofortige Öffnungsschritte an der Tagesordnung sein müssten. Türkis-Grün male das „Schreckgespenst der Mutationen an die Wand“, um massive Einschränkungen fortsetzen zu können. Damit halte man „Gesellschaft und Wirtschaft mit ihren nicht evidenzbasierten und unverhältnismäßigen Zwangsmaßnahmen weiterhin in Geiselhaft“.

Nach Ostern: Aufsperren erst mit Ramadan-Beginn?

Zuvor hatte bereits der blaue Generalsekretär Michael Schnedlitz befürchtet, dass es zu einer langen Verlängerung der Lockdown-Situation kommen würde. Die zusätzlichen Wochen der Sperrung würden den „Tod vieler Betriebe vor allem in der Gastronomie“ bedeuten. Stattdessen würde aber in der Zwischenzeit das „Land ruiniert“, obwohl die Unternehmer in diesen Branchen im Gegensatz zur Regierung schon seit dem Vorjahr mit tauglichen Konzepten aufwarten könnten.

Während die Österreicher damit möglicherweise auch noch zu Ostern nicht ins Gasthaus können, hält er es für möglich, dass die Regierung erst pünktlich zum Ramadan-Start am 12. April öffnet. Schnedlitz geht davon aus, dass Kurz „ähnlich zum Vorjahr vor dem Islam in die Knie“ gehen werde. Schon im Vorjahr war Österreich bis nach Ostern im harten Lockdown – kurz vor dem Ramadan (im Vorjahr ab 23.4.) kamen dann erste Schritte der Öffnung.