Der Fahrtendienst „Uber“ hat einen Londoner Fahrer von seinem Dienst ausgeschlossen, nachdem zwei Männer sich beklagten, er habe den angeforderten Transport abgesagt, weil er „keine Juden nimmt“, berichtet der Jewish Chronicle.

Ein Beitrag von Kornelia Kirchweger

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„Ich nehme keine Juden mit!“

Der von seinen Passagieren als „Ahmad“ identifizierte Fahrer wurde letzte Woche von zwei Männern für eine Fahrt von Wembley gebucht. „Wir standen an der Straße, der Typ fuhr vorbei und sagte, er setze noch einen einen Passagier ab, er komme zurück“, berichteten die Gäste. Sie glauben, der Fahrer habe bemerkt, dass die beiden Kippas (Kopfbedeckung für jüdische Männer) trugen. Beim Vorbeifahren habe er dann aus dem offenen Fenster gesagt: Er nehme keine Juden mit.

Keine Entschädigung für diskriminierte Gäste

Laut Jewish Chronicle hat der Fahrer dann die Fahrt-Buchung storniert. Ein Uber-Sprecher meldete sich bei der Zeitung und erklärte, dass so ein Verhalten „völlig inakzeptabel“ sei und das Unternehmen „keine Form von Diskriminierung“ toleriere. Uber habe nach Kenntnis des Vorfalles den Zugriff des Fahrers auf die App gesperrt und ihn bei der Londoner Polizei angezeigt. Das Unternehmen wolle dem Fahrgast aber keine Entschädigung zahlen. Begründung: es sei schwierig, die Erfahrung von Herrn A. in Geld zu bewerten, dies könne auch von Fall zu Fall verschieden sein.

Probleme bei Transport von Blindenhunden

Laut Medienberichten gibt es vielfach auch andere Probleme bei muslimischen Taxifahrern: nicht nur in England, sondern auch in den USA, Kanada oder Australien weigern sich diese häufig, Passagiere mit Blindenhunden mitzunehmen. Hunde gelten im Islam als unrein. In London hat ein Fahrer deshalb kürzlich seine Fahrlizenz verloren und musste Strafe zahlen.

Kanada: Ausnahme wegen Menschenrechten

Der Fahrtendienst Uber in Kanada erlaubt aus Rücksicht auf die Menschenrechte Ausnahmen, wo die Mitnahme eines Hundes abgelehnt werden kann: wenn der Fahrer eine Allergie hat oder seine Religion ihm das verbietet. Dazu muss er eine schriftliche Bestätigung vom Arzt bzw. von einem Religionsvorstand abgeben. Dagegen hagelte es Kritik von vielen Seiten: ein Krankenhaus könne Patienten nicht ablehnen, Restaurants können Gäste nicht aussperren – warum sollen dann Uber-Fahrer bestimmte Gäste ablehnen können, hieß es.