Kern: Statt Parteivorsitz winkt EU-Job

Nicht nur im Lotto ist alles möglich, auch in der Politik, in der es weniger Befähigte weit bringen können, falls sie ausreichend karrieregeil sind wie die Beispiele Christian Kern (SPÖ) und in Österreich und Annegret Kram-Karrenbauer (CDU) in Deutschland zeigen.

Ein Beitrag von Kurt Guggenbichler

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Verteidigungsministerin als Ersatzposten

Diese scheinen ausschließlich das eigene Fortkommen im Auge zu haben wie ihre Laufbahnen dokumentieren. Was dem normalen Bürger zu Recht suspekt erscheint, dürfte aber für die meisten Mainstream-Medien schon zur Normalität geworden zu sein. Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) brauche diesen Job als Verteidigungsministerin, weil deren Sympathiewerte als Parteichefin der Christdemokraten in den Keller gerutscht seien, erklärte unlängst allen Ernstes ein ZDF-Kommentator seinen Zusehern. Keine Rede davon war, dass AKK als nicht militärisch Vorgebildete vielleicht doch nicht ganz die richtige Besetzung für den Posten als Verteidigungsministerin ist.

Sprungbrett für besser bezahlte Positionen

Auch in Österreich hatte man in der Vergangenheit dieses Amt einem Zivildiener anvertraut, was auch prompt in die Hose ging. In die Hose gegangen ist auch Christian Kerns Engagement als Pizzen verteilender Bundeskanzler. Kern dürfte diese Rolle ohnehin nur als Sprungbrett für besser bezahlte Positionen für die Zeit nach der Politik gesehen haben wie seinerzeit auch schon Alfred Gusenbauer (SPÖ) und Gerhard Schröder (SPD) in Deutschland.

Aufsichtsratsmitglied als Nebentätigkeit

Die heimischen Roten werden zwar nicht müde das Russland unter Putins „diktatorischer Regentschaft“ zu beklagen, nehmen aber jederzeit gut-dotierte Jobs in diesem autoritären Staat an. So kassiert nun auch Kern in seiner neuen Nebentätigkeit als Aufsichtsratsmitglied der russischen Staatsbahn RDZ für zehn Sitzungen im Jahr 6000 Euro Monatsgage und dürfte dabei überhaupt nicht von Gewissensbissen geplagt sein.

Ständiges Zurechtrücken eigenen Weltbildes

Im Zurechtrücken ihres eigenen Weltbildes waren die Roten immer schon sehr flexibel, vor allem, wenn es dem eigenen Wohl dient. Auch die deutschen Christdemokraten scheinen damit kein Problem zu haben. Was kümmert Kramp-Karrenbauer schon ihr Geschwätz von gestern als sie noch unmissverständlich erklärt hatte, kein Ministeramt anzustreben weil sie als Parteivorsitzende nicht im Kabinett tätig sein wolle.