karl lauterbach spd

Wenige Tage nach seinem „Hummergate“-Tweet sorgt der deutsche Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach (SPD) erneut für Wirbel. In einem Netz-Nutzern übel aufstoßenden Twitter-Beitrag fordert er, die SPD müsse in der Debatte um „Unterschiede in Vermögen, Einkommen, Bildung und Gesundheit“ jetzt nach links gehen. Andernfalls verliere sie „Macht und Ehre“. Letzere Wortwahl erinnere in frappierender Weise an NS-Doktrin, zeigen sich Experten schockiert.

In seiner Profilbeschreibung in dem sozialen Netzwerk Twitter betont Lauterbach offensichtlich nicht ohne Stolz, er sei ein „SPD Bundestagsabgeordneter, der noch selbst tweetet“. In den vergangenen Tagen sorgten indes immer wieder Postings des SPD-Gesundheitsexperten für reichlich Befremden. Insbesondere ein aktuelles Foto von einem Lobbyisten-Treffen im noblen Berliner „Kaufhaus des Westens“ sorgte für Aufsehen. Lauterbach hatte betont, dass dort auch Hummer serviert werde. Zudem habe er vorgeschlagen, den Hummer mit „Goldblattbelag“ zu reichen.

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Zuvor Nazi-Vorwurf gegen AfD

Pikant beim aktuellen „Macht und Ehre“-Posting: In der Vergangenheit hatte auch Lauterbach die deutsche AfD-Partei im Zusammenhang mit „Parolen der Nazis“ genannt. „Ein Jahr AfD im Bundestag. Was hat es gebracht? Die Parolen der Nazis sind in minimal kaschierter Form Teil unserer Debatte geworden. Hass, Hetze und Lügen prägen die Auseinandersetzung“, schrieb Lauterbach noch im Oktober 2018.

Die Parole „Macht und Ehre“ sei indes eindeutig mit nationalsozialistischen Jargon verbunden, kritisieren Rechtsextremismus-Experten jetzt. Sie werfen Lauterbach Doppelmoral vor. So seien exemplarisch unter anderem das ehemalige Rechtsrock-Magazin „Macht und Ehre“ sowie die einschlägige rechtsextreme Band „Macht & Ehre“, deren Titel in der Regel indiziert wurden, zu nennen. Letztere fiel mit bezeichnenden Alben wie „NSDAP“, „Gegen den Untermensch“ oder „Nigger Out!“ auf!

Nutzer spotten nach Hummergate

„Karl Lauterbach kennt sich bestens mit den dramatischen Unterschieden zwischen Reich und Arm aus. Bei Hummer und Champagner lässt sich das gut thematisieren“, spottet indes ein Nutzer unter dem „Macht und Ehre“-Tweet Lauterbachs. Ein anderer meint: „Jeder #syrische Autoverkäufer ist glaubhafter als ihr. Chance gehabt, Chance vertan. Adieu!“

Lauterbach rechtfertigt sich indes nun für seinen „Hummergate“. „Hummer esse ich nie. Auch dort nicht. Spott auf Twitter sollte ich wohl mäßigen“, bemerkt er.