PISA-Studie: Bildungsnotstand in Österreich

Die aktuellen Zahlen zu Schülern nicht deutscher Muttersprache in Oberösterreichs allgemein bildenden Pflichtschulen (APS) im Schuljahr 2018/2019 wurden nun veröffentlicht. 30.201 (28,3 Prozent) von 106.715 Schülern haben die Sprache Deutsch nicht als Muttersprache. Die FPÖ fordert nun die verpflichtende Schulsprache Deutsch, denn die Entwicklung sei „höchst alarmierend“. Der „Wochenblick“ berichtete bereits über die Petition von Landeshauptmannstellvertreter Manfred Haimbuchner (FPÖ).

„Der Anteil von Schülern ohne deutsche Muttersprache ist erneut gestiegen. Heuer sind es in Oberösterreich bereits 30.201. Vor neun Jahren waren es noch um ein Drittel weniger, obwohl es insgesamt mehr Schüler gab“, analysiert der Klubobmann Herwig Mahr.

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„Herkulesaufgabe“ für Bildungssystem

106.715 Schüler gibt es insgesamt im heurigen Schuljahr an Oberösterreichs APS. 22.294 können dem Regelunterricht entweder nicht ausreichend folgen und werden als außerordentlich geführt oder bekommen zusätzlichen Sprachunterricht. Vor neun Jahren waren es noch 16.145 (+6.140; +38 Prozent). „Bereits jeder zehnte Volksschüler kann dem Regelunterricht nicht folgen. Er muss außerordentlich unterrichtet werden. Jeder Vierte benötigt zumindest eine zusätzliche Sprachförderung. Das ist eine Herkulesaufgabe für unser Bildungssystem!“, deckt Mahr nun die erschreckenden Zahlen auf.

Schulsprache Deutsch gesetzlich verankern

Der sprunghafte Anstieg an Volksschulklassen mit hundertprozentigem Anteil von Schülern ohne deutscher Muttersprache sei für Mahr „höchst alarmierend“. Im Schuljahr 2017/18 waren es 40 Klassen, heuer sind es bereits 129 (+89; +223 Prozent). Bei den Mittelschulen sind es heuer 33 Klassen, vergangenes Jahr waren es 30 (+3; +10 Prozent). „Heuer gibt es mehr als dreimal so viele Volksschulklassen mit hundertprozentigem Anteil an Schülern ohne deutscher Muttersprache. Vor diesen Zahlen darf man keinesfalls die Augen verschließen. Es braucht entsprechende Maßnahmen, die diesem sprunghaften Anstieg gerecht werden. In erster Linie ist die Sprache der Schlüssel zum Erfolg. Gerade deshalb ist eine gemeinsame Sprache in den Pausen unumgänglich. Die Schulsprache Deutsch muss gesetzlich verankert werden.“, fordern nun Mahr.