Bei der traditionellen Kundgebung der FPÖ am 1. Mai am Linzer Urfahranermarkt wandte man sich ganz klar von der bisherigen Oppositions-Rolle ab. Gewohnt bissige Spitzen gegen politische Mitbewerber blieben trotzdem.

Im gut gefüllten Festzelt eröffnete nach der John Otti Band der Linzer Vizebürgermeister Detlef Wimmer als „Hausherr“ die Kundgebung. Als erster Hauptredner begrüßte gegen 10:40 Uhr dann Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner die jubelnde Masse mit einem bewusst traditionell gehaltenem „Grüß Gott“.

Bissige Kommentare gegen Grüne

Er betonte, dass es im Mai nicht nur in der Natur ein Frühlingserwachen gäbe, sondern mit der freiheitlichen Regierungsbeteiligung auch in der Politik. Haimbuchner sprach von der Regierungsbeteiligung als letzter Chance, um in Österreich etwas zu verändern.

Ein Pfeifkonzert ergoss sich, als Haimbuchner die Grünen erwähnte. Diese hätten sich selbst kompostiert, meinte er und witzelte, dass er als Naturschutzreferent zwar unter anderem für den Artenschutz von bedrohten Vögeln zuständig sei: „Bei manchen Vögeln ist es aber gut, dass sie nicht mehr in der Politik sind.“

Gekonnt leitete er wieder zu ernsteren Themen über und verdeutlichte, dass die FPÖ nun den Scherbenhaufen jahrzehntelanger Schwarz-Roter Regierungen beseitigen müsste.

Gerechte Sozialpolitik

Er sprach sich auch klar gegen den grassierenden politischen Islam in Österreich aus und präzisierte, dass es zwar sehr wohl liberale Muslime in Österreich gäbe, jedoch keinen liberalen Islam.

Aus dem Regierungsprogramm warb er für die bisherigen Errungenschaften, so etwa die Kürzung der Mindestsicherung für Asylwerber: „Wir haben in Oberösterreich dafür gesorgt, dass die Mindestsicherung kein Migrantenförderungsfonds wird.“ Er handle dabei nach dem ganz einfachen Grundsatz „jene die arbeiten können, wollen und es tun, nicht weniger verdienen als jene, die es nicht tun.“

Arbeiterentlastung

Auch HC Strache betonte in seiner Rede klar die Regierungsarbeit der FPÖ. Anfänglich zog er jedoch gegen die SPÖ und die Grünen vom Leder. Christian Kern, der mit ihm einst wettete, dass er genauso lange Parteichef sein wird wie Strache, wünschte er genau dies. Denn dann „versinkt diese Partei in der Bedeutungslosigkeit“.

Kern sei eng verstrickt in ein dubioses internationales Firmenkonstrukt in Israel und habe auch kein Problem mit internationalen Finanz-Spekulanten wie George Soros. Dass Kern sich als Arbeiterführer sieht, bezeichnete Strache als anmaßend.

Als soziale Heimatpartei und neue Arbeiterpartei forderte Strache auch 1.500 Euro Netto-Mindestlohn in Österreich. Ebenso die mit 1. Jänner 2019 geplante Entlastung für die Gehaltsklasse zwischen 1.100 und 1.500 Euro sei ein Verdienst der FPÖ.

Stopp für Sozial-Zuwanderer

Auch Strache wetterte gegen den politischen Islam in Österreich, sprach sogar an, sich für ein Verbot einsetzen zu wollen. Nach dem Moscheen-Skandal in Wien sollen Vereine wie Atib oder Mili Görus keine Förderungen mehr erhalten und ein Vereinsauflösungsverfahren wäre laut dem Vizekanzler angebracht.

Im Regierungsprogramm stehe auch der Stopp von Zuwanderung ins Sozialsystem weit oben auf der Agenda. „Wir brauchen anständige Menschen die arbeiten und sich integrieren und nicht die, die nur das Handerl aufhalten“, setzte Strache nach.

Dem Innenminister Herbert Kickl dankte er für die Sicherung der Grenzen und bezeichnete ihn als „Garant für Sicherheit“. Ebenso lobte er die Verschärfungen im Straf- und Fremdenrecht. Straffällige Asylwerber würden nach der Strafhaft nun sofort in Schubhaft genommen und so schnell wie möglich abgeschoben. Auch ein Urlaub im Herkunftsland sei nun ein Grund für einen negativen Asylbescheid.

Arbeiterunfreundliche Bierpreise

Als Ziel setzte sich Strache so gut regieren zu wollen, dass die FPÖ mindestens noch eine zweite Legislaturperiode in der Regierung bleibe.

Um etwa 12:00 Uhr schloss die Kundgebung mit dem Absingen der Bundeshymne, der inoffiziellen FPÖ-Hymne „Immer wieder Österreich“ und einem Massenandrang bei den Signierstunden des Vizekanzlers und des Landashauptmann-Stellvertreters.

Pikantes Detail am Rande: Wenn auch die Reden im Festzelt dieses Jahr weniger scharf waren, so sind dafür die Bierpreise umso gesalzener. 5,20 Euro muss man nun schon für einen halben Liter Bier hinlegen – Preise, die mit dem Münchner Oktoberfest locker mithalten können.