Profil-Herausgeber und Chefredakteur Christian Rainer gackerte hysterisch über die Umbenennung der Erstaufnahmezentren ins Ausreisezentren.

Zweifelsohne: Die Asyl-Reform von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) sorgte in den Mainstream-Medien für besonders hektisches Gackern.

Ein Kommentar von Johannes Schüller

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Empörung beim „Profil“ und „Standard“

„Profil“-Chefredakteur Christian Rainer, der sein Handwerk noch beim damaligen SPÖ-Parteiorgan „Arbeiter-Zeitung“ lernen durfte, empörte sich über die Umbenennung der Erstaufnahmezentren in Ausreisezentren. Kickl erlaube sich gar eine „Verhöhnung Asylsuchender“. Auch die Chefin vom Dienst beim „Standard“ und stolze Trägerin des im SPÖ-Umfeld begründeten Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreises, Irene Brickner, schäumt.

„Presse“-Nowak fürchtet sich vor neuem „1984“

Ziel des Innenministers sei gar „ein Land ohne Asylwerber“ – offenbar eine wahre Horror-Vision für viele nach kultureller Bereicherung lechzende Mainstream-Journalisten. Besonders dick trug der Chefredakteur der einst bürgerlichen „Presse“, Rainer Nowak, auf. In einer bedeutungsschwangeren „Morgenglosse“ vom 2.3. setzte er die „Ausreisezentren“ in einen Zusammenhang mit George Orwells Dystopie „1984“ und fürchtete sich vor einer Serie weiterer gruseliger Umbenennungen.

Wo blieb die Kritik am Asyl-Ansturm?

Offenbar hat er den Orwell-Klassiker jedoch nicht gelesen, sonst wüsste er, dass der dortige Neusprech vor allem beschönigend – und nicht grundehrlich – klingt. Nur halb so viel hastige Leidenschaft zur Kritik hätten jene Journalisten beim Asyl-Ansturm 2015 vorweisen sollen – im Interesse ihrer eigenen Glaubwürdigkeit.