Ist das Kind in den Brunnen gefallen, ist das Heulen und Wehklagen groß. Die Gesellschaft ist gespalten, raucht es jetzt im Blätterwald. Die Wut auf Andersdenkende ist so groß wie lange nicht, wundern sich die einen und die anderen fragen: Haben wir das Diskutieren verlernt?

Ein Kommentar von Kurt Guggenbichler

Doch wer glaubt, dass es diese Bedenken erst seit Corona gibt, der irrt. Das begann bereits, als die politische Korrektheit bei uns Einzug hielt und man anfing, Sachfragen moralisch zu beantworten. Wer die „falsche Haltung“ hatte, wurde nicht mehr gehört, egal ob’s ums Klima ging oder um die Migration. Das führte zur Bildung sogenannter Blasen, die fortan ihre eigenen Meinungssüppchen nach ihren eigenen Rezepten kochten. Auch wenn das Endergebnis nicht schmeckte, weil eine wichtige Zutat fehlte, negierten die Köche bewusst diesen Mangel, anstatt sich mit anderen darüber auszutauschen, wie man ein besseres Süppchen herstellen könnte.

Konformität und Angepasstheit

Stattdessen eskaliert in den (un)sozialen Medien der Streit darüber, wer von den jeweiligen Blasen der bessere Suppenkoch ist. Die ideologische Vereinseitigung hat auch die Universitäten längst fest im Griff und das Resultat sind unsere kaum noch kontrovers diskutierenden Mainstream-Ärzte und -Virologen, unter denen heute ein Konformitätsdruck herrscht bis hin zum Jobverlust.

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