Der MAN-Kahlschlag fällt geringer aus als geplant. Für Oberösterreich ist das dennoch eine schlechte Nachricht: Offenbar hat der deutsche LKW-Hersteller seinen Streit mit dem Betriebsrat um den Jobabbau auf Kosten der Beschäftigten in Steyr beigelegt! Jetzt stehen 2.200 Mitarbeiter vor der Arbeitslosigkeit!

Jetzt prüfe der MAN-Vorstand alle Optionen, „inklusive eines Verkaufs oder einer Schließung“. Bis Ende des Jahres will MAN 3.500 Arbeitsplätze in Deutschland abbauen. Der Betriebsrat bestand darauf, dass dieser Abbau möglichst „sozial verträglich“ vonstatten gehe. Ursprünglich plante der Vorstand des Konzerns 9.500 Jobs in Deutschland und Österreich zu streichen, der Betriebsrat konnte das gerade noch verhindern. Doch für das Werk in Steyr fasste sich dieser offenbar weniger ein Herz: Der Standort stehe nun zur Disposition.

Traurige Gewissheit

Oberösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Manfred Haimbuchner sorgt sich um die MAN-Mitarbeiter aus Steyr: „Die Schließung des MAN Werks hängt seit Monaten wie ein Damokles-Schwert über den Beschäftigten und nun scheint es, als sei das Schicksal dieses Standorts besiegelt.“ Für den Vize-Landeshauptmann zeigt sich darin „das komplette Versagen der Bundesregierung“.

Zusagen der Regierung „offenkundig wertlos“

Der stellvertretende Bundesparteiobmann der FPÖ fühlt sich von der Bundesregierung im Stich gelassen: „Ich möchte von Bundeskanzler Kurz und Bundeswirtschaftsministerin Schramböck wissen, was sie in den vergangenen Monaten getan haben, um diesem wichtigen Standort in unserer Region den Rückhalt der Republik Österreich zuzusichern. Welche Maßnahmen, Vorschläge und Konzepte wurden der Geschäftsführung von MAN vorgelegt, um die drohende Kündigungswelle zulasten der oberösterreichischen Leistungsträger zu verhindern?“ Die des Kanzlers und der Wirtschaftsministerin zu den Standortsicherungen seien offenkundig wertlos, schlussfolgert der freiheitliche Landes-Chef.

Haimbuchner empfiehlt den Regierungspolitikern: „Die wirtschaftliche Lage nur auszusitzen oder gar schönzureden und keine geeigneten Gegenmaßnahmen zu treffen, wird nicht reichen, denn dann wird MAN Steyr nur ein Dominostein in einer langen Reihe sein.“