„Das ist ganz furchtbar“, stöhnen die Marchtrenker unisono über den durch ihr Ortsgebiet rollenden Schwerverkehr, der sich von einer Plage für die Bewohner zu einer unerträglichen Geißel entwickelt hat.

Von Kurt Guggenbichler

In vielen Bereichen des Ortes, durch die sogenannte Abschneiderstraßen führen, könnten die Bewohner kaum noch in Ruhe in ihren Gärten oder auch in Gastgärten sitzen, ärgert sich Marchtrenks Bürgermeister Paul Mahr, der berichtet: „Erst gestern habe ich einen Laster gestoppt, der in den Wohngebieten herumgeirrt ist, auf der Suche nach einer Firma.“ Daraufhin habe er dem Fahrer den schnellsten Weg gezeigt, der freilich nicht immer der kürzere ist.

Beschädigungen an Häusern durch LKW

Denn viele Lkws, die Ausweichrouten zur B1 oder auch Wege zu den Unternehmen suchten, würden durch das Navi oft durch enge Straßen in Wohngebieten geleitet, wo es dann sogar zu Sachbeschädigungen an Häusern und Zäunen mit anschließender Fahrerflucht käme. Vorläufig versuchen die Ortsverantwortlichen mit Hinweisschildern „No Trucks“ das Problem im Zaum zu halten.
Eine fühlbare Besserung dürfte es aber erst nach dem vierspurigen Ausbau der B 1 geben, ist Mahr überzeugt. Den vor kurzem erfolgten Spatenstich für das Ausbauvorhaben begrüßt er daher ebenso, wie auch Hörschings Bürgermeister Klaus Wahlmüller, der darin auch einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit sieht.

Lebensqualität der Einwohner

Für den Ausbau sei es auch schon höchste Zeit gewesen, betont Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner, weil spätestes ab 2032 bis zu 29.000 Fahrzeuge pro Tag die Strecke zwischen Hörsching und Marchtrenk passieren werden. Aus diesem Grund ist es für Mahr auch wichtig, dass ein Teil der durch seinen Ort führenden B1 abgesenkt verlaufen wird, weil dies die Lärmbelästigung für die Anwohner reduziere. Der Bürgermeister würde gern auch noch einen weiteren Straßenabschnitt vertieft bekommen, worüber aber noch verhandelt wird. Denn dieses Unternehmen würde Marchtrenk 8 Millionen Euro kosten und obwohl die Gemeinde finanziell nicht schlecht dasteht, will Mahr den Betrag nicht allein stemmen.

Baubeginn wohl nicht vor 2025

„Um acht Millionen bekomme ich schon zwei Kindergärten“, rechnet er vor, rechnet aber nicht mit einem Ausbaubeginn der Bundesstraße vor 2025. Dem Auffahren der Bagger sieht er mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Denn die mindestens zweijährige Bauphase, so vermutet er, wird noch eine ziemlich arge Belastungsprobe für Marchtrenk werden.“

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