Standup-Comedian Mario Barth ist seit dem Corona-Lockdown regelmäßig online aktiv, wo er viel Werbung macht, aber auch hin und wieder mit einem interessanten Gedanken aufhorchen lässt. Am 27. Januar 2021 veröffentlichte Barth auf Instagram ein Video, in dem er sich über Denunzianten aufregte. Er bezog sich dabei auf Medienberichte, wonach von  Friseuren illegal Haare geschnitten worden waren, woraufhin Nachbarn die Polizei riefen, um die „Gefahr im Verzug“ sofort zu beenden. In einem anderen Fall wurde eine Kampfsportschule wegen illegalem Training gestürmt. Beide Male kam die Polizei zum Einsatz, da ein „Bürgerhinweis“ eingegangen war – Barth findet für derartige Denunziation klare Worte.

Ein Kommentar von Alina Adair

Mario Barth ist seit 2001 als Kabarettist auf Bühnen unterwegs. Bekannt wurde er damit, dass er sagt, was viele denken, sich aber nicht zu sagen trauen. Sein erstes Bühnenprogramm „Männer sind Schweine, Frauen aber auch!“ brachte Männer in Verzückung, grüne und rote Frauen zum schäumen. 2008 war er schon so bekannt, dass er vor 70.000 Zuschauern im Olympiastadion Berlin auftrat, damals ein neuer Weltrekord als Live-Comedian mit den meisten Zuschauern. 2014 waren es sogar 116.498 Zuschauer, womit er ebenfalls einen Weltrekord brach, diesmal für das größte Publikum eines Komikers binnen 24 Stunden. Mario Barth ist bis heute der meistverkaufte Comedytonträger in Deutschland.

Die Zeit freier Comedy ist vorbei

Während der Künstler 2001 noch frei und unbedarft auf der Bühne stehen und Scherze machen konnte, muss er heute jedes Wort vorab auf die Goldwaage legen. Das Neusprech, das wie im Roman 1984 von George Orwell in den letzten Jahren immer mehr eingeführt wurde und die Sprache manipuliert, macht es einem Satiriker nicht einfach, einen Witz zu machen, ohne ins Visier des Staats zu geraten. In einem autoritären Staat durch falsche Worte aufzufallen ist in etwa so, als würde sich dann das Auge Mordors wie in Herr der Ringe auf einen richten. Danach ist nichts mehr wie vorher und wer gestern noch Freund war, wird einen morgen vielleicht schon verraten.

Einschränkung der Sprache in autoritären Systemen

Die Einschränkung der Sprache und die Veränderung von Worten, ist ein übliches Mittel in autoritären Systemen. Sie sollen dazu beitragen, einen neuen Menschen in einer neuen Gesellschaft zu erschaffen, der glaubt, selbst denken und tun zu wollen, was er denken und tun soll. Wir lesen daher heute von „Lockdown“, statt „Heimhaft“, „Ausgangssperre“ statt „Freiheitsentzug“, „Gesundheitskarte“ statt „Krankenkarte“, „Friedenssicherung“ statt „Angriffskrieg“, es gibt viele weitere Beispiele.

„Man ist sofort ein Nazi …“

Wer in einem autoritären System auf der Bühne sprechen will, muss daher genau abwägen, welche Worte verwendet werden und welche nicht. Mario Barth hat darauf bisher wenig Rücksicht genommen, was ihm mehrfach Kritik eingebracht hat. Schon am 22. Juli 2016 sagte er deutlich in einem Post auf Facebook: „Es wird immer schwieriger zu schreiben, wie man etwas empfindet, da man entweder dann ein „Hetzer“, ein „Angstverbreiter“, ein „Natzi“, ein „Publizist“ oder ein „Idiot“ ist.“

Sein Kollege Michael Mittermayer stürzte sich nach dem Post wie ein mutierter Ork medial auf Barth und nannte seinen dezenten Hinweis „billige Stimmungsmache“ und „nebulösen Populismus“.

Im November 2016 suchte Mario Barth vor dem Trump Tower die von den deutschen Medien beschriebenen Demonstrationen gegen Trump und konnte sie nicht finden. Diese Information veröffentlichte er auch, was die linksgrünen Medien in Schnappatmung versetzte.

Ein Shitstorm aus dem rot-grünen Milieu prasselte auf ihn hernieder, perlte jedoch wie an dem Gefieder einer Ente ab, als Barth nett aber bestimmt darauf hinwies, dass seine Vorfahren unter den Nazis zu leiden hatten. Erst dann verstummte der linke Mob.

Barth, der noch frei denkt, was heute nicht mehr selbstverständlich ist, sagte seine Meinung zum Denunziantentum in Deutschland 2021, die sehr deutlich war. Er bezeichnete Personen, die andere bei der Polizei melden, da sie gegen Corona-Verbote verstoßen „Denunziantenschweine“.

Denunziantentum mit Neusprech getarnt

Wenn Kinder sich gegenseitig anschwärzen, bezeichnet man das als Petzen. Wer petzt, verspricht sich davon, von einer Autorität gelobt und belohnt zu werden. Denunziation passiert aus denselben Motiven. Es ist dabei immer eine Frage des Standpunkts, ob ein etwas als Denunziation auffasst, was negativ ist, oder wie im Falle von Corona als „Bürgerhinweis“, was subtil ein positives Gefühl erzeugen soll. Die Medien rufen natürlich nicht dazu auf, den Nachbarn zu denunzieren, wenn dessen Kinder Geburtstag feiern, obwohl es verboten ist. Sie packen es in blumige Worte wie „Bürgerhinweise“ und vermitteln den Eindruck, dass jemand hilft und Gutes tut, wenn er andere bei der Polizei meldet.

Was unterscheidet Denunzianten von Menschen mit Charakter?

Doch wie kommt ein Mensch dazu, jemanden zu denunzieren? Bei Corona gibt es zwei Arten von Menschen, die einen glauben die Propaganda der Medien, die seit über einem Jahr nonstop auf sie niedergeht, die anderen zweifeln und halten die Welt für verrückt geworden. Die einen tragen gerne Maske, halten sich an alle Regeln, gehen nach Beginn der Ausgangssperre nicht mehr vor die Tür und machen das, was der Staat ihnen sagt. Die Zweifler, die als Aluhutträger und Verschwörungstheoretiker bis hin in die rechte Ecke gedrängt werden, hinterfragen gegebene Regeln und Verbote. Sie informieren sich aus alternativen Quellen und nehmen nichts als gegeben hin, erst recht keine neue Realität, die von Medien und Politikern künstlich geschaffen wurde. Die erste Gruppe würde keine Sekunde zögern, die Polizei zu informieren, wenn sie der Ansicht sind, dass jemand sich nicht an die Corona-Verbote hält. Die zweite Gruppe hat hingegen schon im Kindergarten gelernt, dass man andere nicht verpetzen soll. Petzen ist eine Frage der Charakterstärke und ein Zeichen von Schwäche.

„Wer mit sich unzufrieden ist, ist fortwährend bereit, sich dafür zu rächen.“ (Friedrich Nietzsche)

Einsamkeit: Der Kampf gegen sich selbst

Viele Menschen haben seit Beginn der Lockdowns und Ausgangssperren vor allem mit einem zu kämpfen: mit sich selbst. In unserer heutigen Gesellschaft gibt es viele, die alleine wohnen und die durch die Corona-Politik erfahren mussten, was es bedeutet, mit sich selbst auskommen zu müssen. Viele Menschen sind das nicht gewohnt und Einsamkeit zermürbt ihre Seelen.

„Für den Einsamen ist schon Lärm ein Trost.“ (Friedrich Nietzsche)

Einsamkeit kann Menschen in den Wahnsinn treiben. Das geht um so schneller, wenn gleichzeitig der Faktor Angst hinzukommt. Angst vor Corona, Angst vor dem Tod, Angst andere anzustecken, Angst vor Mutationen, Angst vor Bußgeldern, Angst vor der Polizei, Angst ist überall präsent. Angst verleitet Menschen dazu, schlimme Dinge zu tun. Haben Sie sich je gefragt, wie es im Mittelalter dazu kommen konnte, dass Frauen als Hexen verbrannt wurden? Meist war der Auslöser für einen Scheiterhaufen die vorhergehende Denunziation. Man musste den Leuten nur Angst damit machen, dass Hexen böse Krankheiten übertragen und somit töten können. Wenn dann einer krank wurde, war die Chance recht hoch, dass sich ein Denunziant fand, der eine ahnungslose, unschuldige Nachbarin dafür verantwortlich machte und bei der Kirche meldete. Die Menschen sahen damals auf den Plätzen in den Städten zu, wie Frauen und auch Männer Hexenproben unterzogen oder verbrannt wurden. Manche schwiegen, manche jubelten, einigen war es egal, andere hofften, dass es sie nicht als nächste treffen würde.

„Der Fanatismus ist die einzige ‚Willensstärke‘, zu der auch die Schwachen gebracht werden können.“ (Friedrich Nietzsche)

Angst spielt eine große Rolle

Schon damals gab es zahlreiche Menschen, die nicht zögerten, Unschuldige zu denunzieren, wenn es ihnen vorteilhaft erschien. Angst spielte dabei immer eine Rolle.

„Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, daß er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“ (Friedrich Nietzsche)

Wer in diesen Tagen den Unterschied zwischen „Bürgerhinweis“ und „Denunziation“ nicht erkennt und meint, dass es richtig sei, jemanden zu melden, von dem er  annimmt, dass er gegen die Corona-Regeln verstößt, der lernt den Unterschied an dem Tag, an dem er gemeldet wird und die Behörden vor seiner Tür stehen.

„Mancher findet sein Herz nicht eher, als bis er seinen Kopf verliert.“ (Friedrich Nietzsche)

 

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