In Villach sollen Marktstandler nun als Hilfssheriffs zur Durchsetzung der Maskenpflicht herhalten: Sollten Kunden ohne Mund-Nasen-Schutz am Stand etwas kaufen wollen, müssen die Verkäufer diese ermahnen und notfalls die Bedienung verweigern. Andernfalls drohen den Standlern empfindliche Strafen.

Die Marktstandler geraten so in eine Zwickmühle: Sollen sie Stammkunden verschrecken und die daraus entstehenden finanziellen Einbußen hinnehmen? Oder sollen sie sich ihre Kundschaft erhalten, dafür aber Hunderte Euro Strafe zahlen?

Pro verbotenerweise bedientem Kunden soll ein saftiges Bußgeld von 100 Euro fällig werden. Durchgesetzt wird dies von Polizei und „Lebensmittelpolizei“, die auf dem Markt alles im Blick behalten.

Für die Marktstandler ist die Regelung alles andere als gerecht: Schließlich bestehen zwischen Verkäufern und Kunden ohnehin immer ausreichend große Abstände von mindestens 1,5 Metern. Es kann also keine Rede von Schutzmaßnahmen sein – vielmehr werden die Marktstandler in die Rolle von Hilfssheriffs hineingedrängt, die gezwungen sind, Maßnahmen bei ihren Kunden durchzusetzen, deren Wirksamkeit ohnehin von etlichen Experten infrage gestellt wird.