Weil die Leiterin der Grundschule in Froschhausen am vergangenen Wochenende die Querdenken-Demo in Leipzig besucht und vor Ort dem ZDF ein kurzes Interview gegeben hat, verbietet ihr nun das Schulamt den Kontakt zu Schülern und Kollegen. 

Die Pädagogin hatte in dem im Fernsehen ausgestrahlten Interview angegeben, dass sie die Corona-Maßnahmen für übergriffig halte und sehe, dass viele Menschen ihre Existenz verlieren. Außerdem sagte sie: „Ich bin Schulleiterin, ich sehe, die Kinder leiden unter den Masken.“

Die Leiterin des Staatlichen Schulamts Offenbach äußerte gegenüber BILD, dass diese Äußerungen der Schulleiterin „zu großen Irritationen in der Schulgemeinde“ führen und vom Amt sehr bedauert würden. Jeder direkte Kontakt mit Schülern und dem Kollegium der Dienststelle sei ihr daher bis auf weiteres untersagt. 

„Zurückhaltungsgebot“ missachtet?

Dabei geht es nicht bloß darum, dass die Leiterin der Grundschule bei der Demo keine Maske getragen hat. Dafür hatte sie ohnehin ein ärztliches Attest – das laut Schulamt jedoch noch überprüft wird.

Zusätzlich wird geprüft, ob „Verstöße gegen dienstrechtliche Vorschriften“ vorliegen könnten: Die Äußerungen auf der Demo könnten beispielsweise gegen das beamtenrechtlich bestehende Zurückhaltungsgebot und gegen das Gebot der Wohlverhaltenspflicht gegenüber der Allgemeinheit verstoßen. Dabei war die Schulleiterin ganz offensichtlich privat vor Ort!

Sorge um die Kinder

An ihrer Grundschule wurden offenbar stets alle Corona-Vorschriften umgesetzt. Trotz des Attests soll sie sogar während der Dienstausübung durchgehend eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen haben.

Auch aus einem Brief an die Elternschaft geht klar hervor, dass das Wohl ihrer Schüler für die Schulleiterin an erster Stelle steht. „Ich sorge mich vor allem um die Kinder, um ihre Lernentwicklung, ihre psychische und soziale Verfassung, um ihre Gesundheit, ihr freies Spiel, um ihr Bedürfnis nach Nähe und Kontakt“, schreibt sie dort. Auf der Demonstration habe sie selbst stets auf das Einhalten von ausreichenden Sicherheitsabständen geachtet. In der Schule würden die Hygienevorschriften stets so gut wie möglich eingehalten werden.

Dennoch scheint eine regelrechte Hexenjagd auf die kritische Schulleiterin entbrannt zu sein: Ein weiterer Fall, in dem freie Meinungsäußerung und kritisches Hinterfragen zur echten Gefahr für die Karriere wurden…